Walther GSP/OSP

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Daten
Hersteller: Carl Walther
Modell: GSP/OSP
Kaliber: =.22 kurz, =.22lfB, =.32 S&W
Länge: ca. 300 mm
Gewicht: je nach Modell ca. 1200-1400 g
Lauflänge: je nach Modell 85-115 mm
Kapazität Magazin: 5/10 Schuss
Anzahl Züge:
Drall:
Abzugswiderstand: 200/1000/1360g
Visierung: Kimme/Korn, Feineinstellung
Produktion: ab 1961


Beschreibung

Die Walther OSP (im Kaliber .22 kurz) wurde 1961 für die Disziplin "Olympische SchnellfeuerPistole" konstruiert. 1968 folgte die GSP (Gebrauchs-Sport-Pistole) in der Version .22lfB. Die Konstruktion ergibt sich durch Ausnutzung eines bestehenden Sportreglements (z.B. Gesamtlänge 300 mm). 1976 werden beide Waffen als "modulare Pistole" vereinheitlicht, es gibt ein Griffstück, auf dem Wechselsysteme für drei Kalibervarianten, verschiedene Abzüge und Griffe angeboten werden.

Die Walther GSP/OSP ist ein Rückstosslader mit Feder-Masse-Verschluß, ohne außenliegendem Hahn.

Chronologie

Diese Zusammenstellung soll einen Überblick zu bieten, um Material auf Alter, Zugehörigkeit, Verwendbarkeit und technischen Stand beurteilen zu können, wenn z.B. Läufe, Verschlüsse, Abzüge oder Magazine (gebraucht) nachgekauft werden.

Es geht nicht um exakte geschichtliche Genauigkeit in Details, Jahresangaben, Technik oder anderen Eigenschaften, und es geht auch nicht um Bewertungen von Veränderungen. Alle Angaben sind nach bestem Wissen und Gewissen gemacht und können möglicherweise falsch, ungenau oder noch unvollständig sein. Einige Seriennummern oder Jahreszahlen wurden aus Wiki (siehe Weblink) übernommen.
Hinweise, Ergänzungen und Korrekturen sind willkommen.
Jahresangaben sind Herstellungsjahr oder ersatzweise Beschußjahr.

Walther OSP .22 kurz, frühe Ausführung vor 1976
  • 1961 Die OSP (im Kal. 22 kurz) wird vorgestellt. Kennzeichen ist der runde Lauf mit darunterhängendem runden Laufgewicht, Verschluß und der Lauf sind am Patronenlager geteilt. Eine Sicherung befindet sich auf der linken Seite, kein Verschlussfanghebel auf der rechten Seite. Der Magazinboden hat die alte Ausformung mit schräg verlaufender Spitze, der Griff ist mit einer Schraube in der Griffmitte befestigt.


Walther GSP .22lfB, frühe Ausführung vor 1976
  • 1968 Die GSP (im Kal. 0.22lfB) wird vorgestellt. Vermutung: Das Laufprofil hat noch die Trapezform der OSP, ist aber schon durchgehend. Die Befestigung passt auf die endgültige GSP.

Charakteristisch ist der Sicherungshebel auf der linken Seite, die Befestigungsschraube hoch am Griff.

  • 19?? Der Wechsellauf im Kaliber .32 S&W wird vorgestellt (schon 1968??). Die Munition ist speziell fürs Sportschießen entwickelt (Wadcutter-Munition).


  • 1972 Seriennummer (.32) ca. 100.141
Walther GSP Baujahr 1978
  • 1976 ab Seriennummer(.22) 67001. Die GSP wird überarbeitet, ab diesem Zeitpunkt sind alle Teile austauschbar.

Charakteristisch sind: der fehlende Sicherungshebel, der veränderte "alte" Abzug, die Griffbefestigung mit einer Schraube oben am Griff, der viereckige Lauf (ohne Laufgewicht) und der gerade Magazinboden (vorher gekrümmt). Rechts ist jetzt ein Verschlußfanghebel, mit dem man auch bei eingeführtem leeren Magazin die Waffe schliessen oder ohne Magazin offen feststellen kann. Wahrscheinlich fällt auch die Maßänderung des Magazinschachtes in diese Jahr. Der Magazinschacht wurde verbreitert, damit das 0.32 Magazin hineinpasst. 0.22er Magazine vor der Veränderung können in späteren Waffen nicht verwendet werden, umgekehrt auch nicht (siehe Varianten - Magazine).


  • 1978 Seriennummern (.32) etwa 110.000
  • 1979 Seriennummern (.22) etwa 78.000
  • 1983 Seriennummern (.22) etwa 87.000, für (.32) etwa 112.000
  • 1983-1988 Irgendwann in dieser Zeit springen die Seriennummern (0.22lfB) von ca. 95.000 auf wahrscheinlich 200.000. Der Zeitpunkt könnte mit der Änderung Griff und Abzug übereinstimmen.
Walther GSP 0.22 lfB, ab ca. 1986
  • 1986-1988 Irgendwann in diesen beiden Jahren (möglichwerweise gleichzeitig) wird der neue Druckpunktabzug eingeführt, und die Griffbefestigung wird verändert. Die Befestigung ist jetzt unsichtbar von unten.


  • 1989 Seriennummern (.32) etwa 124.000
  • ca. 1990 ? Kleinere Änderungen bei Seriennummer (0.32) 125817, und bei Seriennummer (0.22) 220137.
  • 1992 Seriennummern (.22) etwa 225.000


Walther GSP "25 Jahre GSP
  • 1993 Es beginnt die Zeit der Sondermodelle. Sondermodell "25 Jahre GSP", mit (Sonder)Seriennummern (.22) ab 500.000, Auflage 1000 Stück. Es gibt nun (für den viereckigen Lauf) verschiedene Laufgewichte zum Austrimmen der Kopflastigkeit. Ein grüner Schichtholzgriff wird eingeführt, zusammen mit dem Sondermodell?

Seriennummern (.32) etwa 127.000

  • 1995 Seriennummern (.22) etwa 230.000, Seriennummern (.32) etwa 132.000


Walther GSP "Atlanta"
  • 1996 Sondermodell "Atlanta", (Sonder)Seriennummern (.22) ab 300.000



  • 1999 Seriennummern (.22) etwa 237.000


Walther GSP "Black Magic
  • 1999 Die GSP wird nochmal gänzlich überarbeitet. Der viereckige Lauf wird gegen einen runden getauscht, ein (austauschbares) geripptes Laufgewicht darüber ergibt ein neues Design.


Wahrscheinlich ab dieser Überarbeitung sind die Schlagstücke nitriert, um Verschleiß und und Reibung noch weiter zu verbessern.

  • 1999 Zuerst(?) kommt eine Serie "Black Magic", mit beschriftetem Laufgewicht in schwarz. Es gibt Varianten des Laufgewichts in Alu und in Stahl, so dass sich verschiedene Gewichte ergeben.
  • 2000? Ein schwarz hinterlegter Schichtholzgriff wird eingeführt



Walther GSP Expert 0.22 lfB
  • 2001 Das Design der GSP wird komplett überarbeitet, Name "GSP Expert" ab diesem Stand. Das Laufgewicht wird überarbeitet und bekommt innen 2 federbelastete Stifte, die den Rückschlag dämpfen sollen. Farbe des Laufgewichtes blau eloxiert, also Aluminium. Ab "GSP Expert" auch der blaue Schichtholzgriff. Die Kimme wird zurückverlegt, ebenso das korn, um gleichen Visierabstand zu halten.


Mit diesem Modell ist die Entwicklung der GSP wohl abgeschlossen. Die Topschützen benötigen längere Läufe (vebessertes Trefferbild), aber die Konstruktion (Magazinschacht vor dem Abzug) lässt dafür wegen der begrenzten Lauflänge keinen Raum.

  • 2003 Seriennummern (.22) sind bei 242.000


Varianten

Rahmen

Die Rahmen der Pistole sind ab 1976 gleich geblieben, die neue Griffbefestigung (1986) passt auch an ältere Rahmen ab 1976.

Läufe und Verschlüsse

Bis 1976 sind OSP und GSP getrennte Modelle, ab 1976 gibts ein einheitlich modulares System, bei der alle Kaliber-Varianten auf das gleiche Griffstück passen.

Verschluß 0.22 lfB und 0.32S&W nach 1976

Die Lauflänge Kal .22lfB wurde verschiedentlich verändert, siehe Wiki-Quellen.

Sog. Juniorlauf, Jahr unbekannt

Der Juniorlauf ist durch das geringere Gewicht und vor allem die geringere Vorderlastigkeit der GSP für jüngere Schützen vorgesehen.


Die Verschlüsse in 0.32S&W sind leicht an den zusätzlichen Gewichten am Verschlußsteg zu erkennen. Die Zusatzgewichte erhöhen die Verschlußmasse und sind somit Bestandteil der Verschlussabstimmung (Entfernung bei 0.32 oder Montage bei 0.22 nicht zu empfehlen).

Verschluß 0.22 lfB nach 1999 (?)

Signifikant ist für Kal. 0.22lfB die Umstellung vom viereckigen auf einen runden Lauf. Die Laufposition wird mit einem Paßstift fixiert, dessen Position mit der Umstellung verändert wurde. Daher passt ein Verschluss eines runden Laufes zu einem viereckigen Lauf (weil er beide Paßbohrungen hat), aber nicht umgekehrt.

Es gibt zwei verschiedene Sätze, um die GSP zu einem Gewehr umzubauen. Walther liefert einen solchen Satz, ausserdem gibts im Gebrauchtmarkt Sätze des "Multisporter 2000" von B&W. Die Gewehrläufe haben die "alte" Position des Paßstiftes und passen somit zu allen Rahmen ab 1976.


Walther-Umbau mit ZF-Schiene

Für den Walther-Umbausatz gibt es serienmäßig eine Weaver-Schiene zur Ziewlfernrohr-Montage.

B&W-Umbau mit ZF-Position

Der B&W-Umbausatz hat auf dem vorderen Einstecklauf eine 11 mm - Schiene zur ZF-Befestigung. Bei der Befestigung des ZF auf dieser Schiene ist das ZF zu weit vorne, es muß ein Zwischenadapter verwendet werden, um die Schiene ( und das ZF) weiter nach hinten zu setzen.


Es gibt einen Hinweis auf einen überlangen Lauf zur Verwendung der GSP als "Freie Pistole".

Visierungen

Es gibt ab Werk Kimmen und Korne in verschiedenen Breiten, so daß jeder Schütze seine optimale Einstellung (z.B. je nach Armlänge und gewünschtem Visierbild) zusammenstellen kann. Kimmen und Korne passen ab 1976 auf jede Waffe.

Die Visierungen sind ab Werk wohl dafür eingerichtet, um auf aufgesetzten Spiegel eingestellt zu werden. Eine Einstellung auf "Fleck" endet häufig am Ende des Verstellbereiches. Da der Kimmenauschnitt nicht genügend weit (nach unten) verändert werden kann, hilft i.d.R. nur ein höheres Korn oder ein verstellbares Korn.

Wahrscheinlich ab GSP Expert ist die Kimme von der Nähe Auswurföffnung ans Ende des Verschlusses gewandert. Gleichzeitig wurde das Korn zurückversetzt, um den Visierabstand gleichzuhalten. Auch die OSP-Versionen haben eine andere Position der Kimme bzw. Korne als die 0.22lfB/0.32er.

Abzüge

Es gibt 200g Abzüge (von OSP), 1000g ( üblicherweise für .22 und 0.32) und 1360g (üblicherweise für .32). 1360 und 1000 g sind ähnlich konstruiert und öfters einfach umstellbar, ggf. müssen Federn getauscht werden. 200g Abzüge lassen sich konstruktiv nicht auf 1000 g bringen.

Abzug OSP vor 1976

OSP-Abzüge haben äußerlich als eizigen signifikanten Unterschied eine feinere Feder (Bild Mitte-unten) als die 1000g und 1360 g Version.

Die Abzüge bis 1976 haben unten hinten den Hebel der Sicherung, bei Abzügen nach 1976 fehlt dieses. Die Abzüge wurden mit der Umstellung 1976 etwas breiter und weniger tief. Frühe OSP/GSP-Abzüge (vor 1976) sind somit nicht kompatibel mit späten Rahmen und umgekehrt.

Abzug GSP vor 1976, 1360 g

Dieser Abzug einer frühen GSP (1360g, von Kal. 0.32S&W ?) ist umstellbar auf 1000g und passt z.B. in eine (frühe) OSP. Äußerlich ist die Unterscheidung zum OSP-Abzug (200g) nur durch die feinere Feder (OSP) bzw. gröbere (GSP) möglich (Bildmitte).

Abzug GSP nach 1976 bis 1986

Das Abzugszüngel bis 1976 füllt den ganzen Raum, nach 1976 ist es als schmales Züngel erkennbar. Nur die Abzüge nach 1976 sind in späteren Waffen verwendbar.

Die Abzüge bis 1986 haben das Aussehen, als ob das Abzugszüngel den Drehpunkt unten hat, dort ist aber nur eine Verstellung der Abzugsposition. Der eigentliche Drehpunkt des Abzugs ist immer oben.

Abzug GSP nach 1986, "Druckpunktabzug"

Der Druckpunktabzug ist in einer Waffe leicht durch das andere Abzugszüngel erkennbar. Es gibt verschiedene Varianten vom Abzugszüngel, symmetrisch oder schräg gekrümmt (für Rechtshänder?) oder ohne und mit Rille zm Messen der Abzugskraft. die Versionen für 1000g und 1360 g sind umstellbar, ggf. durch Austausch von Federn.

Es gibt noch einen sogenannten "Trainigsabzug" fürs Trockentraining, mit dem man nach einmaligem Spannen 5mal abziehen kann, mit echtem Druckpunkt-Verhalten, ohne Schußauslösung.

Magazine

Magazine für OSP/GSP 0.22kurz, 0.22lfB/5,0.22lfb/10 und 0.32S&W

Es gibt Magazine für Kal. 22 kurz, Kal. .22 lfB und Kal. .32 S&W, alle 5-Schüssig). Weiterhin gibt es ein 10-Schüssiges Magazin in neuer Ausführung für .22 lfB. (z.B. für Wettbewerbe des BDS).

Magazine 0.22lfB vor (links) / nach 1976

Dazu kommen (mit gleichem Aussehen) die Varianten der Magazine 0.22 kurz für den schmalen und breiten Magazinschacht (Umstellung ab 1976). Leicht erkennbar ist die Sicke auf dem vorderen Rand des Magazins, damit es genau in den breiteren Waffenschacht passt (ab 1976). Ebenso wurde auch der Magazinboden umgestellt, daher dürften alte (gekrümmer Boden) und neue Magazine (gerader Boden) leicht zu erkennen sein. Magazine der GSP Expert haben einen blauen Magazinboden, sind aber technisch gleichgeblieben.

Magazine 0.22lfb und 0.22kurz von vor 1976 können in späteren Waffen nicht benutzt werden (Magazin fällt ggf. heraus), umgekehrt passen die Magazine nicht in die Waffe.

Die Magazine für .22kurz sind jeweils modifizierte .22lfB durch einen Steg, der den Magazinraum für die kleinere Patrone verkleinert.
Die Magazinknöpfe der neuen .22er Ausführung (5-schüssig) gibts als dünne und dicke Version (austauschbar). Bei der dicken Version bleibt der Verschluß nach dem letzten Schuss offen. Diese Option gibts beim .32er und beim 10-schüssigen 0.22er nicht, da schließt der Verschluß auch nach dem letzten Schuß.

Griffe

Griffbefestigung "alt" 1976 bis 1986


Griffe gibts in zahllosen Varianten, sowohl von Walther als auch von Zubehörlieferanten. Entscheidend beim Nachkauf ist nur die Variante der Griffbefestigung (siehe Chronologie). Neue Griffe (ab 1986) können an früheren Rahmen (ab 1976 bis 1986) verwendet werden, umgekehrt nicht (es fehlt das Gewinde zur Befestigung im Rahmen).

Beschußjahr-Codierung

Weblinks


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Vergleiche den entsprechenden Artikel der Wikipedia: „Walther_GSP“.
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Vergleiche den entsprechenden Artikel der Wikipedia: „Carl_Walther“.