Verschlussabstand

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Der Verschlussabstand ist der Spalt zwischen Patronenboden und Stoßboden, der Fläche der Waffe, auf der sich der Patronenboden beim Schuss abstützt. Die massgebliche Bezugsfläche für den Verschlussabstand ist die Anlagefläche der Hülse im Patronenlager. Daher wird die Bezugsfläche auch je nach Hülsenform unterschiedlich berechnet.

Bei der Schussentwicklung wird zunächst die Patrone durch den Schlagbolzen gegen die Anlagefläche gedrückt. Mit steigendem Druck dehnt sich die Hülse und wird an das Patronenlager gedrückt. Der massive Bodenteil der Hülse dehnt sich dabei aber nicht und wird deshalb durch den Innendruck gegen den Stoßboden gedrückt, so dass eine Längsdehnung im Übergangsbereich zwichen dem dünnen, festgeklemmten Hülsenkörper und dem massiven Bodenteil auftritt.

Ist der Verschlussabstand also zu groß, kommt es zu ringförmigen Einschnürungen oberhalb des massiven Bodenteils der Patrone und schlimmstenfalls zum Abreissen der Hülse. In so einem Fall muss der Verschlussbstand verringert werden. Dazu muss der Lauf etwas weiter reingeschraubt, das Patronenlager auf die richtige Tiefe neu nachgerieben und ggf. die Visierung neu ausgerichtet werden. Häufig wird versucht, den Verschlussabstand auf ein Mindestmaß zu verringern, weil dann die Patrone einen genaueren Sitz im Patronenlager hat.

Ist der Verschlussabstand zu klein, schließt der Verschluss nicht richtig. Um dieses Problem zu behenben, muss das Patronenlager nachgerieben werden.

Bei der Patrone "9mm Luger/ Para/ Parabellum" oder auch "9x19" etwa beträgt der zulässige Verschlussabstand 0,30 mm. Die zulässigen Verschlussabstände der unterschiedlichen Kaliber sind den offiziellen amtlichen Maßtafeln verzeichnet. Die Lehre, mit der im Waffenherstellungsgewerbe die Maßhaltigkeit auch des Verschlussabstands geprüft werden kann, nennt sich „Ausschusslehre“. Diese ist, um beim Beispiel 9mm-Para zu bleiben, 0,40 mm übermaßig. Wird diese Lehre in das Patronenlager eingeführt und der Verschluss geschlossen, so darf dieser nicht verriegeln. Tut er's trotzdem, ist der Verschlussabstand zu groß.

Erkennt ein Beschussamt bei einer vorgestellten Waffen Fehler, die nicht korrigiert werden können, erhält diese Waffe einen Sonderstempel und wird damit als „verworfen“ gekennzeichnet. Eine derart gestempelte Waffe wird von keinem anderen Beschussamt mehr zum erneuten Beschuss zugelassen.