Sturmgewehr

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Ein Sturmgewehr kurz Stg (veraltet StGw) ist eine leichte militärische Infanterie-Langwaffe mit einstellbarem Feuermodus (Einzelfeuer, mechanisiertem Feuerstoß oder Vollautomatik) und einem Wechselmagazin. Dadurch sind Strumgewehre sehr flexibel Einsetzbar und bilden bei allen modernen Armeen das Rückrat der Infanteriebewaffnung.

Für gemeinhin wird ein Sturmgewehr definiert als:

Zusätzlich wird oft vorausgesetzt:

Modelle welche nur einen Teil der Vorraussetzungen er füllen und vor 1945 gefertigt wurden, werden gemeinhin als Proto-Sturmgewehre bezeichnet.

Als erstes Proto-Sturmgewehr gilt der Fjederov Avtomat M1911 dieser wurde von dem Russen Vladimir Fjederov entwickelt, da dieser von der Feuerkraft der ersten schweren Maschinengewere im Russisch-Japanischen Krieg sehr beeindruckt war. Bei dem Versuch eine Waffe mit ähnlicher Feuerkraft für den gemeinen Soldaten zu entwickeln schuf er ein sehr schweres Schnellfeuergewehr für eine eigenen Patrone. Da die russische Militärführung nicht bereit war diese Patrone in Serie zu fertigen, kammerte Fjederov seine Waffe auf die japanische Patrone 6,5x50mm Arisaka um. Dieses Modell erhielt die Bezeichnung Fjederov Avtomat M1916. Aufgrund des beweglichen Laufes und der somit verringerten Präzision, scheidet es als richtiges Sturmgewehr aus.

Ein weiteres Proto-Sturmgewehr ist das Burton M1917 Ballongewehr. Dieses war jedoch nicht als Waffe für die Infanterie konzipiert, sondern als Schnellfeuerbewaffnung für Flugzeuge zur Ballabwehr. Da es einen zuschießenden Verschluss besitzt, scheidet es als richtiges Sturmgewehr aus.

Das Ribey Rolles war eine leichte französische Waffe zur Zeiten des ersten Weltkrieges, die besitzt bereits viele wichtige Merkmale eines Sturmgewehrs, scheidet aber aufgrund seines unverriegelten Verschlusses aus.

Ein wichtiges weiteres Proto-Sturmgewehr ist die AK-33, diese russische Waffe besaß bis auf eine Flaschenhalshülse und einen verreigelten Verschluss bereits alle wichtigen Merkmale.

Die Entwicklung der ersten richtigen Sturmgewehre begann in Deutschland. Um 1935 entstanden die ersten Maschinenkarabiner genannten Waffen. Eines der ersten Modelle war der Vollmer 1935/2 Karabiner, dieser verwendete bereits Mittelpatronen wies jedoch eine zu niedrige Feuergeschwindigkeit auf, um als richtiges Sturmgewehr zu gelten.

Die ersten richtigen Sturmgewehre waren die von Walther und Haenel gebauten Maschinenkarabiner 42. Davon besitzt zumindest der Maschinenkarabiner von Walther kurz MKb.42 (W) alle wichtigen Merkmale. Dem Maschinenkarabiner von Haenel dagegen fehlt der Aufschießende Verschluss, welcher aber später in Form des MKb.42 (H)Z nachgerüstet wurde. Da Hitler gegen diese neue Art der Infanteriewaffen war und die Weiterentwicklung der Maschinenkarabiner verbot wurde, benannte man die Waffen in MP.43A (MKb.42(H)) und MP.43B (MKb.42(W)) um und behauptete, es handele sich um Weiterentwicklungen der MP40.

Die MP43/1 war eine Zusammenführung der jeweils besten Eigenschaften der Maschinenkarabinern Walter und Haenel. Er erbte die günstige Produktion aus Stahöblech von der Haenal Bauweise und die Abzugsgruppe sowie die Aufschießenden Funktion von der Walter Bauweise.

Mit geringfügigen Änderungen wurde die MP43/1 zur MP43 weiter entwickelt und 1944 in MP44 umbenannt. Als Hitler von dem enormen Erfolg der Waffe und dem Wunsch der Soldaten nach mehr MP44 hörte. Benannte er die zuvor noch als Maschinenkarabiner verhasste Waffenkategorie in Sturmgewehr um und aus der MP44 wurde das Sturmgewehr 44 kurz Stg.44.

Nach Ende des Krieges verlief die Entwicklung der Sturmgewehre in Ost und West in verschiedene Richtungen. Im Westen wählte man die moderne Gewehrpatrone 7,62x51mm NATO als Standardpatrone für die Infanteriebewaffnung. Dadurch wurden die im Westen neu Geschaffenen Sturmgewehre (zb. M14, FN Fal & G3) schwer und bei Dauerfeuer schwer zu kontrollieren. Später wird man diese Waffen von der Definition Strumgewehr ausnehmen und diese im deutschen Sprachraum nur noch als Schnellfeuergewehre bezeichnen und im englischen Sprachraum als Battlerifles.

Im Osten dagegen wird die Kurzpatrone 7,62x39mm M43 zum Standard und damit Waffen welche sich im Dauerfeuer sehr viel leichter im Ziel halten lassen (zb. AK-47, MPi-K & Vz.58). Diese werden jedoch von den Ländern des Ostens nicht als Sturmgewehre bezeichnet. Die DDR bezeichnet ihre MPi-K als Maschinenpistole, die Polen ihre KbK AK als Karabinek (dt: Karabiner) und die Soviet Union ihre AK schlicht als Avtomat (dt: Automat).

Erst Mitte der 60er Jahre geht man im Westen her und ersetzt die moderne Gewehrpatrone 7,62x51mm NATO gegen eine innere Mittelpatrone, die 5,56x45mm M193. Diese ermöglichst es auch dem Westen Waffen zu entwickeln, welche sich bei Dauerfeuer gut im Ziel halten lassen (zb. M16A1 & FA-MAS).

Literatur

[Artikel Scharfschützen, Designated Marksmen und Sturmgewehrschützen]