Selbstladeverschluss

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Wie sich aus dem Namen bereits ergibt, müssen Selbstladewaffen nicht manuell fertiggeladen werden. Dies wird von Mechanik der Waffe übernommen. Beim Rückstoßlader wird der ohnehin vorhandene Rückstoßimpuls, beim Gasdrucklader ein Teil der Pulvergase verwendet (was meist Geschossernergie- und Präzisionsverluste bewirkt), den Verschluss zu öffnen, die leere Patronenhülse auszuwerfen und eine neue Patrone zuzuführen. Dies funktioniert entweder halb-, vollautomatisch oder in einem gesteuerten Feuerstoß.

Bei einer halbautomatischen Waffe muss jeder Schuss bewusst durch den Schützen gezündet werden, d.h. es muss für jeden Schuss der Abzug erneut betätigt werden (zu finden bei Selbstlader Jagd- und Sportwaffen).

Bei Vollautomaten hingegen wird unmittelbar jeweils ein neuer Schuss ausgelöst, solange der Schütze den Abzug gedrückt hält bzw. Munition zugeführt wird (Beispiele für reine Vollautomaten sind Maschinengewehre wie das MG 3).

Bei Modellen mit einem gesteuerten Feuerstoß wird eine bestimmte Anzahl an Kugeln abgegeben. Dieser Feuerstoß beträgt meist eine Länge von 3 Schlusszyklen wie beim M16A2.

Häufig ist im Abzugsmechanismus, in der Waffentechnik auch Schloss oder Abzungsgruppe genannt, eine Art Hammer eingebaut, welcher über den zurücklaufenden Verschluss gespannt wird. Wird dieser Hammer freigegeben, schlägt er auf den Schlagbolzen und zündet die Patrone. Im halbautomatischen Modus wird der zurückgebrachte Hammer nach jedem Schuss über den Unterbrecher in hinterer Stellung arretiert. Der nächste Schuss muss erneut über den Abzug ausgelöst werden.

Die meisten aufschießenden militärischen Schnellfeuerwaffen (zb. Sturmgewehre) ermöglichen das wahlweise halb- oder vollautomatische Schießen. Technisch gelöst wird dieses durch zwei Unterbrecher (engl. Sear). Dabei bewirkt der sogenannte Halbautomatik-Unterbrecher (engl. Semi-Auto-Sear oder nur Semi-Sear), dass der Hammer in der gespannten Position gefangen und gehalten wird. Das geschieht da der Schütze den Abzug nicht schnell genug freigeben kann, dass der Abzug oder der Abzugsstollen den Hammer fangen könnte. Der Vollautomatik-Unterbrecher (engl. Full-Auto-Sear oder nur Auto-Sear) hingegen fängt ebenfalls den Hammer während des Rücklaufes des Verschlusses, gibt den Hammer jedoch wieder frei, sobald der Verschluss vorne verriegelt hat. Dadurch wir der Hammer solange immer erneut gespannt und wieder freigegeben, bis der Schütze den Abzug freigibt und der Abzug- oder Abzungsstollen den Hammer fängt. Das Umschalten von Voll- auf Halbautomatik geschieht je nach Modell auf eine andere Art. Beim StG 44 arbeitet ein einziges Bauteil als Semi- und Vollautomatik Unterbrecher, je nach Position eines Steuerbolzens. Beim M14 ist der Vollautomatik Unterbrecher von Außen an der Waffe angebracht und tritt nur nach umlegen einer Schraube in Aktion.

Einige militärische Schnellfeuerwaffen bieten neben Einzelschuss noch einen gesteuerten Feuerstoß. Dieser kann als Schussbegrenzer dienen, es können also maximal 3 Schuss abgegeben werden, bevor der Schütze den Abzug freigeben und erneut abkrümmen muss (Beispiel M16A2). Es gibt jedoch auch den Mindestschussbegrenzer, es werden also minimal 3 Schuss abgegeben. Hält der Schütze den Abzug weiterhin gedrückt, so wird nahtlos in den vollautomatischen Modus übergegangen (Beispiel Daewoo K2). Bei ganz modernen Schnellfeuerwaffen kann auch der gesteuerte Feuerstoß mit einer anderen Kadenz abgegeben werden, als folgende vollautomatische Feuer (Beispiel AN-94 Abakan).

Die meisten zuschießenden militärischen Schnellfeuerwaffen ( zb. Maschinenpistolen, MGs) ermöglichen zwar seltener das wahlweise halb- und vollautomatische Schießen. Wenn dies jedoch möglich ist, werden ebenfalls zwei Unterbrecher verwendet.

Entgegen der Meinung einiger Medien ist es nicht ohne weiteres möglich, einen zivilen Selbstlader für das Abgeben von vollautomatischen Feuer umzurüsten. Denn auch wenn diese, wie das AR-15, von vollautomatischen militärischen Waffen abstammen, so haben die zivilen Varianten meist leicht geänderte Gehäuse bei welchen Aussparungen, Stiftlöcher oder ähnliches fehlen, um den benötigen Vollautomatik-Unterbrecher aufnehmen zu können. Auch sind bei einigen Modellen die Abzungsgruppen komplett anders Aufgebaut, um einen Umbau weiter zu erschweren. So hat das Abzugsgehäuse des SL8 eine gänzliche andere Form als jenes des G36.

Im Bereich der Selbstladewaffen unterscheidet man zwischen zwei Konstruktionsprinzipien: