Schrotmunition

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Schrotmunition besteht nicht aus einem einzelnen Geschoss, sondern aus vielen kleinen Schroten, die aus einem glatten Lauf verschossen werden.

Aufbau einer Schrotpatrone


Die Größe der Schrote variiert je nach Anwendungszweck zwischen einem und 10 mm. Länderspezifisch werden diese Grössen jeweils anders benannt. Die Kaliberangabe ist nicht metrisch. Angegeben wird die zum Laufdurchmesser passende Anzahl gleichgroßer Rundkugeln, die aus einem englischen Pfund (453,6 g) Blei gegossen werden können. Werden aus einem Pfund Blei 12 gleichgroße Kugeln gegossen, so wird deren Kaliber als 12 angegeben. Dementsprechend ist das Flinten-Kaliber 20 kleiner als das Kaliber 12. Die verbreitetsten Kaliber sind 12, 16, 20 und 36. Kaliber 10 wird seltener verwendet, für die Großwildjagd wurden auch Flinten in den Kalibern 8 und 4 gefertigt, zum Teil als exklusive Sonderanfertigungen. Die Kalibermaße entsprechen folgenden Laufbohrungen, wobei Fertigungstoleranzen von einigen zehntel Millimetern möglich sind:


Kaliber: 4 8 10 12 16 20 24 28 32 36 (.410)
Laufdurchmesser in mm: 26,77 21,25 19,69 18,53 16,84 15,63 14,71 13,97 13,37 10,2


Die Kaliberangabe wird in den Patronenboden gestanzt. Die deutschen Bezeichnungen fangen bei der hohen Zahl 12 für die feinen Schrote an und für jeweils 0,25 mm welche die Schrotkugeln im Durchmesser zunehmen wird die Kaliber Zahl um eins geringer. Bei 4,25 mm Schrotkugel Durchmesser ist man auf Kaliber 0 und die Reihe geht weiter mit 2/0, 3/0, 4/0 u.s.w. Ab 6 mm Durchmesser werden die Ladungen dann als Posten bezeichnet, die bei Posten 6 beginnen (6 mm) und bei Posten 1 (10 mm) enden. Hier gilt die 0,25 mm Regel nicht! Bis Posten 3 ist es jeweils ein halber Millimeter und von Posten 4 auf Posten 3 u.s.w. dann ein Millimeter an Vergrößerung.


Schrotmunition wird in der Regel nur auf Entfernungen bis 30 m eingesetzt. Ihr Vorteil besteht darin, dass man das Ziel nicht exakt mit einem Geschoss treffen muss. Die Schrotgarbe streut stark, so dass eine relativ große Fläche abgedeckt wird und es ausreicht, wenn etwa ein Hase durch einige Schrote getroffen wird.

Während beim Kugelschuss die Wirkung durch Organzerstörung eintritt, tötet der Schrotschuss durch multiple Nervenreizung, auch Schroteffekt genannt.