Polygonlauf

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Schemazeichnung Polygonprofil
Schemazeichnung Lauf mit Feld/ Zugprofil

Der Polygonlauf besitzt im Gegensatz zu Läufen mit Feld- Zugprofil keine Einschnitte (Züge) oder Leisten (Felder), sondern überträgt den Drall mit Hilfe von Führungsflächen. Dadurch bedingt folgen die Geschosse dem Drall mit einem gewissen Schlupf, was bei herkömmlichen Feld-Zugläufen nicht der Fall ist.

Dadurch dass der Lauf lediglich spiralförmige Führungsflächen, jedoch keine Kanten besitzt können sich weniger Rückstände im Lauf absetzen. Der Verschleiß ist i.d.R. geringer als bei einem Lauf mit Feld- Zugprofil.

Der Laufquerschnitt von Polygonläufen ist dabei einem regelmäßigen Vieleck (Polygon) angenähert. Polygonläufe sind in der Regel gasdichter als Läufe mit Feld- Zugprofil und erreichen so eine höhere Mündungsgeschwindigkeit.

Der Drall des Laufes stabilisiert das Geschoß während seiner Beschleunigung durch den Lauf, indem das Projektil in Form des Laufprofils geprägt wird und dieses somit dem Drall mit Drehungen um seine Längsachse folgt. Dies dient der Richtungs- und Flugstabilität.

Polygonläufe sind wegen des o.g. Schlupfes häufig empfindlicher auf Geschoßwechsel als Feld- Zugläufe.

Polygonprofile sind eine sehr alte Entwicklung. Bereits im 17. Jhd. gab es Versuche mit dreieckigen oder quadratischen Laufprofilen, sogar herzförmige Profile konnten nachgewiesen werden. Im 19. Jhd. kamen Militärwaffen mit gezogenen Läufen immer mehr in Mode – auch mit polygonalen Profilen (1854 Withworthprofil, 1860 Henry-Polygonprofil, 1865 Metford mit sogenannten Kreis-Segment.-Zügen)

Sh. auch Drall