PDW

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Die Abkürzung PDW steht für Personal Defence Weapon (dt. Waffe zur persönlichen Verteidigung) und bezeichnet eine Waffe welche in erster Linie zur persönlichen Verteidigung gedacht ist. Im Gegensatz dazu stehen die Hauptkampfwaffe mit welcher der Soldat aktiv am Kampfgeschehen teilnimmt und angreift und die Seitenwaffe welcher der Soldat zum Einsatz bringt, sollte seine Hauptkampfwaffe ausfallen. Mit einer PDW werden vor allem Soldaten ausgerüstet, die entweder nicht direkt am Kampfgeschehen teilnehmen z.B. logistische Truppen oder Soldaten welche nicht durch den Einsatz von Handfeuerwaffen wirken z.B. Artilleristen.

Als PDW wurden zu verschiedenen Zeiten Waffen mit unterschiedlichen Eigenschaften bezeichnet, heute jedoch bezeichnet man damit eine Waffe mit folgenden Eigenschaften:

  • Kompakte Bauweise
  • Geringes Gewicht
  • Schnellfeuer
  • Panzerbrechende Munition
  • Patrone zwischen Pistolenpatrone und innerer Mittelpatrone
  • Oder Pistolenpatrone mit Überladung

Zudem ist zu beachten, dass viele PDWs gleichzeitig Maschinenpistolen sind, jedoch nicht alle.

vor 1900

Das Konzept diese Truppenteile mit einer besonderen Handfeuerwaffe auszustatten ist nicht neu und hat seinen Ursprung in revolutionären Frankreich. Die Truppen der Artillerie wurden vorwiegend mit Steinschlossgewehren ausgerüstet, da diese, im Gegensatz zu Luntenschlossgewehren, nicht die Gefahr mit sich brachen, dass der Pulvervorrat für die Kanonen durch die glimmende Lunte gezündet werden konnte.

ab 1900

Als erste moderne Form gelten die vom deutschen Kaiserreich im ersten Weltkrieg vor allem an Artilleristen ausgegebenen Selbstladepistolen mit Anschlagschäften und Anschlagkästen namentlich Luger P-08 Artillerie und Mauser C96.

Bei diesen älteren PDWs bestimmt lediglich der Verwendungszweck die Definition. So handelt es sich beim speziell für die Artillerie geschaffenen Kar98 Artillerie um eine PDW, bei dem für die Kavallerie geschaffenen Kar98 Kavallerie jedoch nicht, ob wohl sich beide Waffe nur durch eine Zusammensteckvorrichtung unter dem Lauf unterschieden. Der Unterschied besteht darin, dass der Kar98 Kavallerie die Hauptkampfwaffe der Kavalleristen stellte. Bei PDWs dieser Zeit handelte es sich meistens um Formen von Selbstladepistolen oder um verkürzte Gewehre.

ab 1938

Die Deutschen waren 1938 die ersten, welche eine neue Art der PDW schufen. So gestaltete man das Konzept der Maschinenpistole so um, dass man dieser ehemaligen reinen Angriffswaffe eine defensive Zweitrolle gab. MP38 und die spätere MP40 waren mit ihrer klappbaren Schulterstütze und niedrigen Kadenz zu ihrer Zeit ideal für Panzerbesatzungen, welche sich im Notfall mit Handfeuerwaffen verteidigen mussten. Auch andere Länder gingen her und rüsteten ihre hintergelagerten Truppen mit Maschinenpistolen aus, als der Frontbedarf an diesen Waffen gedeckt war.

Die erste moderne PDW welche eigens nur für diese Rolle geschaffen wurde, war der M1 Carbine welchen die USA in zweiten Weltkrieg an hintergelagerte Truppe ausgaben. Bei diesem handelte es sich um ein kurzes leichtes Selbstladegewehr in einer Mittelpatrone der Form einer langgezogenen Pistolenpatrone.

Der M1 Carbine erfreute sich im zweiten Weltkrieg auch an der Front großer Beliebtheit, dies lag vor allem am relativ geringen Rückschlag und der großen Munitionskapazität. Jedoch wurde seine Leistung im Korea Kreig weniger gut bewertet, es ging das Gerücht um, der M1 Carbine sei nicht in der Lage die dicken Wintermäntel der Nord-Koreaner zu durchschlagen. Das Konzept der PDW wurde auf Eis gelegt und die Hintergelagerten Truppen wieder vorwiegend mit Maschinenpistole ausgerüstet.

an 1960

Mit dem Aufkommen der ersten inneren Mittelpatronen versuchten einige Armeen ihre hintergelagerten Truppen mit sehr kurzen Versionen von Strumgewehren auszurüsten. So stattete die US Luft Waffe im Vietnam Krieg ihre Soldaten mit dem GAU-5A aus und die Sowjetunion ihre hintergelagerten Truppen mit der AKS-74U. Diese Waffen hatten zwar den Vorteil, dass man aus ihnen die vorhandene Sturmgewehr Munition verschießen konnte, jedoch den Nachteil eines enormen Mündunfsfeuers und Knalls sowie relativ hoher pro Stück Kosten und erhöhtem Gewicht, gegen über von Maschinenpistolen.

Diese Waffen werden heute nur noch selten zu den PDWs gezählt, man ordnet sie eher als Sturmgewehre oder Maschinenkarabiner ein.

ab 1980

Das Aufkommen von Körperpanzer, welche leicht genug für Fallschirmspringer war, führte vor allem in der NATO zu einem Schock. Die Angst bestand darin, dass sowjetische Fallschirmspringer hinter die Front abspringen könnten, wo hintergelagerte Truppen diese nicht effektiv mit ihren MPs und Pistolen bekämpfen könnten. Die Forderung nach einer Waffe wurde laut, welche möglichst leicht und kompakt sein sollte, aber gleichzeigt in der Lage Körperpanzerung zu durchschlagen.

Das Kozept der oPDW war geboren was für operational Personal Defence Weapon steht (dt. operative zur persönlichen Verteidigung). Um den Anforderungen der NATO gerecht zu werden schuf man neue Patronen, mit kurzen Hülsenlängen und klein kalibrigen Geschossen. Diese sind in der Lange Körperpanzerung durch ihre hohe Geschwindigkeit zu durchschlagen. Der Nachteil dieser Waffen besteht darin, dass für sie eine neue Patrone in die Logistik einer Armee eingeführt werden muss.

Beispiele:

Obwohl für den Krieg geschaffen, erfreuten sich diese Waffen auch großer Beliebtheit bei Behördlichen Spezialeinheiten. Dort wird jedoch oft eine andere Munitionssorte verwendet, um die Hinterlandgefährdung durch Überpenetratiuon zu minimieren.

ab 2001

Vor allem 2001 erschien eine neue Generation von PDWs diese setzten nicht mehr auf die relativ kurzen Patronen, welche auch in Selbstladepistolen verwendet werden konnte, sondern verwendeten Designs welche in die Kategorie der inneren Mittelpatronen fielen. Dadurch konnte die Durchschlagleistung auf das steigende Niveau der Körperpanzerung angehoben werden. Man verlor jedoch die logistisch vorteilhafte Option auf eine Selbstladepistole gekammert in der gleichen Patrone.

Zudem gab es Bestrebungen Maschinenpistolen dessen Modelle sich bewert hatten auf das Niveau der oPDWs anzuheben. Dazu wurden die Ladungen in bekannten Patronen wie 9x19mm verstärkt, also überlaboriert und neue Geschosstypen mit panzerbrechenden Eigenschaften geschaffen. Die Verschluss-Systeme der bekannten Modell wurden verstärkt, um mit der Überlaborierung zurecht zu kommen. Ein höherer Verschleiß ist jedoch fast unvermeidlich.

PDW als Marketing

Da die Abkürzung PDW ab den neunziger Jahren immer populärer wurde, haben einige Firmen die verkaufsfördernde Wirkung dieser erkennt und auch für Modelle benutzt, welche nicht in diese Kategorie fallen.

So haben Heckler&Koch eine Version der MP5k mit Klappschaft und Mündungsfeuerdämpfer als MP5k PDW angeboten, ohne das diese über eine besondere Panzerbrechende Wirkung verfügt. Auch werden in den USA oft sehr kurze Waffen mit AR-15 System als PDW angeboten.

Zivile PDWs

In einigen Bereichen spricht man zudem von zivilen PDWs, bei diesen handelt es sich um Waffen für Behörden sowie Sach- und Personenschützer. Diese kommen zum Einsatz, wenn eine Pistole nicht mehr ausreicht aber eine Maschinenpistole nicht zum Einsatz gebracht werden kann. Dabei kann es sich um verschiedene Formen von Feuerwaffen handeln.

Beispiele:

Diese Waffen bieten jede für sich einen besonderen Mehrwert, meist rechtlicher Natur, da der Einsatz von Maschinenpistolen durch Behörden meist stark reglementiert ist. Aus militärischer Sicht handelt es sich jedoch nicht um PDWs.

Quellen