P7

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Die H&K P7 Heckler & Koch Pistole 7 ist eine deutsche Selbstladepistole, welche von der Firma Heckler & Koch als PSP Polizei-Selbstlade-Pistole ab 1976 entwickelt und als P7 Pistole 7 bei einigen bundesdeutschen Behörden als Dienstwaffe eingeführt wurde.

Funktion

Die HK P7 ist ein Rückdrucklader mit Masseverschluss mit der Besonderheit, dass sie über einen Gasbelastungskolben verfügt, welcher sich mit Gas füllt, sobald der Geschossboden eine Gasentnahmebohrung passiert hat. Im Gegensatz zu Gasdruckladern hilft dieser Kolben jedoch nicht beim Repetiervorgang, sondern behindert diesen und verlangsamt so die Öffnungsbewegung des Verschlusses.

  • Ruhephase: Der Verschluss ist geschlossen eine Patrone befindet sich in der Patronenkammer.
  • Anzündphase: Der Zündstift quetsch das Zündhütchen, eine Stichflamme gelang in den Pulverraum der Patrone. Die Treibladung entzündet sich und es kommt zu Gasentwicklung. Der Druck der Pulvergase wirkt in alle Richtungen. Die Druckwirkung auf die Hülsenwände drücken das weiche Material gegen die Wände der Patronenkammer und sorgen so für die später wichtige Liderung. Die Druckwirkung auf den Patronenboden kann zu diesem Zeitpunkt keine Bewegung verursachen, da die Patrone in dieser Phase noch einen geschlossenen Raum darstellen. Die Druckwirkung nach vorne auf den Geschossboden bewirken, dass das Geschoss aus dem Hülsenmund heraus geprasst wird, dabei muss der Ausziehwiderstand überwunden werden. Nach der dessen Überwindung, legt das Geschoss den rotationslosen Geschossweg zurück.
  • Einpressphase: Nach dem zurücklegen des rotationslosen Geschossweges, trifft das Geschoss im Übergangskonus auf die beginnenden Felder des gezogenen Laufes. Dabei muss es den Einpresswiderstand überwinden und wird dabei beinahe komplett angehalten. Durch das Austreten des Geschosses aus dem Hülsenmund und das Eintritt in den Übergangskonus, stellt die Patronenhülse keinen Geschlossenen Raum mehr dar. Dies ermöglicht es dem Gasdruck, welcher auf den Patroneninnenboden drückt den kraftschlüssig dynamisch verriegelten Verschluss der P7 nach hinten zu treiben. Der Verschluss der P7 beginnt demnach in dem Moment mit der Öffnungsbewegung, in welchem das Geschoss in den Übergangskonus eintritt.
  • Zapfphase: Der Geschossboden passiert die Gasbohrung des Belastungszylinders, welcher sich darum hin mit Gas füllt, dessen Druck in ihm wirken kann. Der Gaskolben im inneren des Zylinders ist so mit dem Verschluss der P7 verbunden, das dieser entgegen der Öffnungsrichting wirkt. Der Verschluss will sich unter dem Druck der Pulvergase auf den Hülseninneboden öffnen, der Belatungskolben will den Verschluss jedoch schließen. Da jedoch der Hülseninnenboden einen Durchmesser von ~9 mm aufweist und der der Stirnfläche des Belatungzylinderskolbens nur ~ 7 mm beträgt, kann der Belastungskolben die Bewegung nur verlangsamen. Um die Öffnungsbewegung anhalten oder sogar umkehren zu können, fehlt im die nötige Kraft.
  • Treibphase: Unter dem Druck der Pulvergase wird das Geschoss durch den Lauf getrieben, dabei nimmt der Druck der Pulvergase stetig ab, da sich das Volumen im Lauf stetig vergrößert. Da dabei aber immer der gleiche Druck auf den Patronenboden und den Belastungskolben wirkt, bleibt das Verhältnis zwischen Öffnungskraft und Belastungskraft immer gleich. Unter anderem ein Grund, für die große Toleranz der P7 gegenüber unterschiedliche starken Ladungen bei Munition. Während der Treibphase kommt es zudem zu einem Rückstoßimpuls, da der Lauf der P7 jedoch fest mit dem Gehäuse verbunden ist, hat dieser keinen Einfluss auf die Funktion der Waffe.
  • Abgangsphase: Das Geschoss verlässt den Lauf, dabei kommt es zu einem rapiden Abfall des Drucks in der Waffe. Sowohl der Verschluss als auch der Belastungskolben werden nicht mehr durch das Gas angetrieben beziehungsweise belastet. Da der Verschluss jedoch bei seinem, bereits während der Eintrittsphase begonnenen, Rücklauf genug Bewegungsenergie aufgenommen hat, kann er durch sein Beharrungsvermögen seinen kompletten Rücklauf und damit die Repetierfunktion der Waffe ausführen.

Fehleinschätzung

Oft wird die P7 als verzögerter Rückstoßlader bezeichnet. Dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Der Verschluss der P7 öffnet sich unter dem Druck der Pulvergase beim Eintritt des Geschosses in der Übergangskonus unter dem Druck der Pulvergase.

Theorien, wonach das Gas im Belastungszylinder den Verschluss der Waffe geschlossen halten soll, bis das Geschoss den Lauf verlassen hat, sind physikalisch nicht haltbar. Die größte Schwachstelle dieser Theorie ist, dass nicht belastbar dargelegt werden kann, welche Kraft den Verschluss der Waffe noch öffnen soll, wenn das Geschoss die Waffe bereits verlassen hat.

Aktuelle Hochgeschwindigkeitsaufnahmen der P7 widerlegen diese Theorien.

Quellen

  • Verschlusssysteme von Feuerwaffen von Peter Dannecker erschienen bei dwj Verlags GmbH
  • Verschlusssysteme von Feuerwaffen Ergänzungsband 1 von Peter Dannecker erschienen bei dwj Verlags GmbH