P04

Aus WaffenWiki
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Daten
Hersteller: DWM
Modell: P04
Kaliber: 7,65 Para
Länge: ? mm
Gewicht: ? g
Lauflänge: 150 mm
Kapazität Magazin: 8 Schuss
Anzahl Züge: ?
Drall: ?
Abzugswiderstand: ?
Visierung: ?
Produktion: 1904 bis ?


Geschichte

Im Jahre 1893 entwickelte Hugo Borchardt mit der C93 eine der ersten Selbstladepistolen der Welt. Da in der Schweiz zu diesem Zeitpunkt die veralteten Revolver M1882 durch eine moderne Selbstladepistole ersetzt werden sollten, reichte er seine Konstruktion zur Ausschreibung ein. Die Waffe wurde für prinzipiell tauglich, aber zu klobig und empfindlich befunden. Hugo Borchardt weigerte sich jedoch, seine Konstruktion zu überarbeiten. Diese Aufgabe übernahm Georg Luger, und die verbesserte Waffe wurde unter dem Namen "Luger Pistole" bekannt und sah der später berühmt gewordenen P08 schon sehr ähnlich. Diese verbesserte Version wurde im Jahre 1900 als Pistole Modell 00 in der Schweizer Armee eingeführt und verschoß die Patrone 7,65 Parabellum. Der Begriff Parabellum stammt vom Lateinischen Satz "Si vis pacem, para bellum!" (Wenn Du den Frieden willst, bereite [Dich auf] den Krieg vor!) ab. Daraufhin bekam auch das Deutsche Militär Interesse an der Waffe, und übernahm die weiter verbesserte und vereinfachte Waffe schließlich im Jahre 1904 als P04 im eigens entwickelten Kaliber 9mm Para für die Kaiserliche Marine. Weitere vier Jahre später führte das Deutsche Heer die Pistole mit leichten Modifikationen als P08 im selben Kaliber ein. Die für die Pistole P04 entwickelte Patrone sollte später die am weitest verbreitete (Maschinen-)Pistolenpatrone der Welt werden, und ist es bis heute. Allerdings ist sie heute unter der Bezeichnung 9x19mm bekannt.

Technik

Bei der Pistole P04 handelt es sich um eine halbautomatische Waffe mit Kniegelenkverschluß und verfügt über einen Lauf mit kurzem Rücklauf. Sie ist mit einer Griffsicherung, einem Verschlußfang und optional mit einem Anschlagschaft ausgerüstet. Verbesserungen gegenüber der Schweizer P00 waren unter anderem die Verwendung einer Schraubenfeder als Schließfeder, umgestalteten Ausziehern und Ladestandsanzeigern, sowie dem Wegfall der Kniegelenksperre.

Das besondere Konstruktionsmerkmal dieser Waffe ist der unterknickte Kniegelenkverschluß, der sich beim repetieren nach oben faltet, anstatt gerade nach hinten zu laufen. Dadurch ist die Waffe sehr sicher für den Schützen, denn selbst bei Fehlfunktionen bewegen sich keine Teile in Richtung seines Kopfes. Ein Nachteil dieses Verschlusses war, daß er sehr schmutzempfindlich war, und die Munition genau auf ihn abgestimmt sein mußte. Die geringen Toleranzen, gepaart mit dem direkt auf dem Lauf montierten Korn verschafften der Waffe eine sehr hohe Eigenpräzision.

Ein großes Problem für die Sicherheit war, daß eine zerlegte Pistole dieser Art noch schußfähig war, wodurch es immer wieder zu Unfällen kam. Daher wurden spätere Versionen mit einem Ladestandsanzeiger ausgestattet.

Die Munition wird über ein Magazin zugeführt, das von unten in den Griff geschoben wird und acht Patronen faßt. Es wurden auch Trommelmagazine für 32 Schuß entwickelt, die für den Nahkampf entwickelt wurden und auch in die Maschinenpistole MP18 paßten. Sie fanden jedoch keine sehr weite Verbreitung.

Trotz der engen Fertigungstoleranzen war die Pistole P04 eine zuverlässige Waffe mit genügender Eigenpräzision. Ihre Herstellung war jedoch zu zeit- und materialaufwändig, um in Kriegszeiten sichergestellt zu werden. Daher wurde die Heerespistole P08 im Jahre 1938 durch die Walther-Pistole P38 abgelöst, die sich bis zum Ende der 90er Jahre in der Bundeswehr hielt.

Die Pistolen P04 und P08 wurden hauptsächlich bei den Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken AG (DWM) in Karlsruhe und in der Gewehr Fabrik Erfurt produziert. Bis 1918 wurden insgesamt zirka 1.5 Millionen Pistolen P04 und P08 in unterschiedlichen Varianten für das Militär und Zivilfertigungen hergestellt.