Oliver Winchester

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Dieser Artikel basiert auf einer Übersetzung des Wikipedia Artikels:
„Oliver_Winchester“.

Oliver Fisher Winchester (* 30. November 1810; † 11. Dezember 1880) war ein bekannter amerikanischer Geschäftsmann und Politiker. Bekanntheit erlangte er mit der Herstellung und dem Verkauf des Winchester Repetierers, einer Weiterentwicklung der Volcanic Waffen. Winchester, gelernter Schreiner, machte sein Geld als Hemdenfabrikant und investierte es 1854 in die neu gegründete "Volcanic Repeating Arms Company". Um 1857 gingen die Volcanic-Werke bankrott und Winchester wurde der Hauptaktionär, verlagerte sie nach New Haven und änderte den Namen in "New Haven Arms Company". Winchester beauftragte Benjamin Tyler Henry, um den Volcanic Unterhebelrepetierer zu verbessern. Das Resultat war das Henry-Gewehr, benannt nach Winchesters Werksmeister. Die Firma wurde kurz zu "New Haven Repeating Arms Company" umbenannt und stellte das Henry-Gewehr während des Bürgerkrieges her. Winchester konnte während des amerikanischen Bürgerkrieges ca. 13000 Stück, im Kaliber .44 Henry Flat absetzen. Nach dem Krieg nahm Winchester größeren Einfluss auf die Geschicke der Firma, welche reorganisiert und 1866 in "Winchester Repeating Arms Company" umbenannt wurde. Das erste Winchester Gewehr war das Modell 1866, eine gründliche Überarbeitung des Henry-Gewehrs mit einem verbesserten Systemkasten. Die Waffe erhielt nun eine seitliche Ladeklappe und das Röhrenmagazin musste nun nicht mehr umständlich von vorn geladen werden.

Von dem Modell 1866 erhoffte sich Winchester lukrative Aufträge der Armee. Die bekam er schließlich, allerdings von der türkischen Regierung, statt von der eigenen. Winchester verkaufte ab 1870 ca. 50000 1866er Gewehre und Karabiner in die Türkei. Dieser Contrakt rettete, die damals vor dem Aus stehende Firma, denn das amerikanische Militär, sah zu dem Zeitpunkt keine größere Verwendung für die Winchester-Repetierer. Obwohl Repetierer zum Teil auch im Bürgerkrieg Verwendung fanden, vertraute die US Army mehr auf getestete Technologien und erwarb erprobte Schusswaffen.

"The Gun that won the West" Auch wenn uns jeder Western-Film es glauben lassen möchte, die "Henry-Rifle" ist nicht das Gewehr, das den „Wilden Westen“ erobert hat. Sicher spielten Winchesters Gewehre im amerikanischen Bürgerkrieg (1861 - 1865) schon eine kleine Rolle, aber konnten sich doch die wenigsten solch eine Waffe leisten. 1878 kostete z.B. ein Modell 1866 20$ und ein 76er Jagdgewehr sogar 35$, wobei ein Cowboy damals nur ca. 30$ im Monat verdiente.

Auch die Leistung der Munition für die Gewehre war noch nicht besonders hoch, so dass die meisten Trapper, Jäger, Cowboys und Siedler immer noch einschüssige Vorder- oder Hinterlader in starken Kalibern bevorzugten. Erst als 1878 die Firma Colt ihren Revolver 1873 SAA im Kaliber .44-40 herausbrachte, begann auch der Siegeszug des UHR. 1873 kam Winchesters Modell 1873 in diesem Kaliber auf den Markt und die wenigsten Cowboys wollten mehrere Munitionssorten mit sich herumschleppen, aber als es nun möglich war, ein und dasselbe Kaliber aus Revolver und Gewehr zu verschießen, war dies ein enormer Kaufanreiz.


Winchester war auch in der Politik aktiv und diente als New Haven City Commisioner, Republikanischer Wahlmann (Presidential elector?) in 1864 und als Vizegouverneur von Connecticut von 1866 - 1867. Nach dem Tode Winchesters ging die Firma in den Besitz seines Sohnes William Winchester über, welcher im März des darauf folgenden Jahres an Tuberkolose starb. Winchesters Schwager William Converse und sein Schwiegersohn Thomas Gray Bennett übernahmen nun die Leitung der Firma. Benett selbst, stellte John Moses Browning als Konstrukteur ein, der von 1894 bis 1900 alle Winchester-Waffen entwarf. Als sich die Firma im I.Weltkrieg mit der Rüstungsproduktion übernahm, verlor der Bennett-Clan die Kontrolle über das Imperium. Anfangs übernahm eine Bankengruppe, dann der Munitionskonzern "Western Cartridge"das Unternehmen, geleitet von der Olin-Familie (ab 1931). Heute gehört das Unternehmen zum französischem GIAT-Konzern und nennt sich "U.S.Repeating Arms Company".

William Winchesters Frau Sarah glaubte die Familie sei von den Geistern der mit Winchester Repetierern Getöteten verflucht und zog nach Kalifornien. Dort errichtete sie mit ihrem Erbe eine verwinkelte Villa, mit Treppen und Türen, die teilweise ins Nichts führen, um die Geister, die Rache suchten zu verwirren.