Maschinengewehr

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Das amerikanische M60 gehört zu den bekanntesten Maschinengewehren.


Ein Maschinengewehr (kurz MG) ist eine vollautomatische Schusswaffe, die für das Verschießen von Gewehrmunition eingerichtet ist.

Maschinengewehre feuern bei Betätigung des Abzugs solange Projektile ab, bis der Abzug wieder gelöst oder die Munitionszufuhr unterbrochen wird. Der Mechanismus des automatischen Ladens wird entweder durch den Gasdruck der sich entspannenden Pulvergase, durch die Rückstoßkraft oder durch einen externen Antrieb wie zum Beispiel einen Elektromotor realisiert. MGs gelten in der Bundesrepublik Deutschland als Kriegswaffen. Verwendung und Handel von Maschinengewehren werden dementsprechend in Deutschland durch das Kriegswaffenkontrollgesetz geregelt.

Die typischen Kaliber von MGs reichen von 5,56 mm bis ca. 15 mm bzw. maximal bis 20 mm (siehe Liste Handfeuerwaffenmunition). Automatische Schusswaffen mit einem Kaliber ab 20 mm werden als Maschinenkanonen bezeichnet und verschießen daher Granaten anstelle von Massivgeschossen.

Geschichte

Der Londoner Anwalt James Puckle erhielt am 15. Mai 1718 auf ein von ihm erfundenes Maschinengewehr ein Patent. Die „Puckle Gun“ fand jedoch kein Interesse.

Gatling Gun aus dem Jahre 1876

Richard Gatling wurde mit seiner Gatling Gun bekannt, dem ersten einsatzfähigen Maschinengewehr, bei dem der Selbstlademechanismus durch eine Handkurbel angetrieben wurde. Im Jahr 1865 ließ er den Entwurf einer sechsläufigen Waffe patentieren, die in der Lage war, für damalige Verhältnisse unglaubliche Kadenz von 200 Schuss pro Minute zu verschießen, und in verbesserter Form im Sezessionskrieg|Amerikanischen Bürgerkrieg zu begrenztem Einsatz kam.

Die Weiterentwicklung kam schließlich durch die Einführung des Rückstoßlader 1885 durch Hiram Maxim. Das erste Maschinengewehr (die so genannte automatische Maxim-Mitrailleuse, nicht zu verwechseln mit der Mitrailleuse - einem Salvengeschütz des 18. Jahrhunderts), bei dem der Rückstoß eines Schusses genutzt wurde, um die leere Patronenhülse auszuwerfen, die Feder zu spannen und eine neue Patrone in die Kammer zu laden. In den britischen Kolonialkriegen in Afrika bewährte sich das Maxim-MG, so dass alle Militärmächte um die Jahrhundertwende das MG einführten. Andere Konstrukteure, John Moses Browning mit seinem Colt Modell 1895, Benjamin Hotchkiss auf der Basis der Erfindung des österreichischen Barons Freiherr Adolf Odkolek von Újezd, Colonel Isaac Lewis und andere entwickelten Maschinengewehre als Gasdrucklader. Hierbei wird über eine Bohrung im Lauf ein Teil der Treibladungsgase beim Schuss abgezweigt, um den Nachlademechanismus zu betätigen. Eine dritte Variante waren die Waffen mit verzögertem Masseverschluss von Schwarzlose, welche sich jedoch am Anfang nicht bewährten, da die Verriegelung nicht starr war und die Läufe zur Verminderung des Restdruckes kurz sein mussten, da sonst Funktionsprobleme auftraten.

Aufbau und Technik

Im Aufbau unterscheiden sich Gewehre und Maschinengewehre vor allem durch die Funktionsweise des Wiederlademechanismus der Waffe und dementsprechend in der Verschlusstechnik. Der prinzipielle Aufbau ist ansonsten identisch. Bei schweren Maschinengewehren ist die Verwendung des Munitionsgurtes eine weitere Besonderheit im Vergleich zu (automatischen) Gewehren. Ein Gurt ermöglicht eine höhere Kadenz im Vergleich zu konventionellen Munitionszuführung mit einem Magazin.

Eine abweichende Maschinengewehrkonstruktion vom gängigen Prinzip sind modernen Gatling-Waffen (siehe Artikel Gatling (Waffe)). Bei diesen Maschinengewehrtypen haben die Läufe während des Rotationszyklus Sekundenbruchteile Zeit um abzukühlen. Es wird daher nicht mehr nur ein einziger Lauf permanent belastet. Außerdem werden die Läufe durch die Rotation des Laufbündels von Luft umströmt, was die Kühlung verbessert. Maschinengewehre, die mit Munitionsgurten arbeiten, erfordern generell eine besondere Kühlung des Laufes, da der Stahl des Laufes durch die hohe Feuerrate sonst ausglüht und verschleißt. Früher erfolgte dies oft durch Wasserkühlung, heute werden die Läufe entweder regelmäßig nach einer Anzahl von Gurten gewechselt oder ganz ersetzt.