Manöverpatronengerät

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Ein Manöverpatronengerät ist ein Mündungsaufsatz, welcher das verschießen von Manövermunition ohne Geschoss aus automatischen Waffen ermöglicht.

Die meisten automatischen Systeme mit Selbstantrieb sind auf die Arbeit mit einem Geschoss ausgelegt. Dieses erfüllt bei verschiedenen Ladeprinzipien verschiedene Funktionen:

  • Rückdrucklader, hier bildet der Geschossboden eine Art Korken welcher den Lauf während seines Laufes teilweise verschließt und dafür sorgt, dass die Gassäule im Lauf stark genug ist, den Verschlusskopf zu bewegen.
  • Gasdrucklader mit Gasentnahmebohrung, hier bildet der Geschossboden ebenfalls eine Art Korken, welcher nach dem passieren der Gasentnahmebohrung dafür sorgt, dass genug Gas in das System einströmen kann.
  • Gasdrucklader mit Gasstaudüse, hier bildet der Geschossboden auch eine Art Korken, welche die Öffnung der Gasdüse für einige Millisekunden verschließt und so für das Gasstau sorgt, welcher den Ringkolben betätigt.

Fällt jetzt bei diesen Waffen das Geschoss weg, so kann der Gasdruck seine Arbeit an den entsprechenden Stellen nicht mehr verrichten, da der nötige Druck nicht erreicht wird.

Um dieses Problem zu lösen, werden Manöverpatronengeräte eingesetzt, diese verengen den Lauf an der Mündung und erhöhen somit den Gasdruck im Lauf. Die Größe der Öffnung ist bei jedem Modell so ausgeführt, dass die Funktion wieder gegeben ist.

Waffen welche nach dem Prinzip des Rückstoßladers arbeiten, können nicht mit einem Manöverpatronengerät ausgerüstet werden. Da bei diesen für die Waffenfunktion nicht der Gasdruck, sondern der Rückstoßimpuls verantwortlich ist. Rückstoßlader benötigen die weitaus komplizierteren Rückstoßverstärker.

Manöverpatronengeräte sind oft nicht brüniert oder lackiert, damit sie deutlich von Mündungsaufsätzen für Gefechtsmunition zu unterscheiden sind. Da es beim Abfeuern von scharfer Munition aus einer Waffe mit aufgesetztem Manöverpatronengerät zu einer Waffensprengung kommen kann.