Lidern

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Als Lidern bezeichnet man die Ausdehnung der Patronenhülse durch den Verbrennungsdruck der Treibladung und das daraus resultierenden Anpressen der Patronenhülse an das Patronenlager. Durch das Lidern wird erreicht, dass das Patronenlager nach hinten abgedichtet wird und die Verbrennungsgase nur durch den Lauf entweichen können.

Wenn der Gasdruck in der Patrone zu gering ist, oder die Wandung der Patronenhülse zu stabil ist, oder die Patronenhülse zu klein ist, dann kann die Patronenhülse nicht Lidern und somit abdichten. Dieses führt zu einer vermehrten Verschmutzung des Patronenlagers durch den Schmauch. Bei Selbstladewaffen kann diese Verschutzung die Funktionssicherheit beeinträchtigen.

Patronenhülsen aus Messing sind besonders gut geeignet da diese in der Regel besser anlidern als solche aus Stahl.


Arten der Liderung

Neben der bei Handfeuerwaffen üblichen Hülsenliderung, gibt es bei den Geschützen oder bei hülsenloser Munition andere Arten den Verschluss abzudichten. Gebräuchlich ist bei den Geschützen neben der Hülsenliderung die Ringliderung und die Plastische Liderung. Bei der Ringliderung übernimmt ein Ring der vom Verschluss in den Ladungsraum ragt und durch den Gasdruck angepresst wird die Aufgabe die der Hülse bei der Hülsenliderung zufällt. Die plastische Liderung verwendet einen in den Ladungsraum hineinragenden Pilz, welcher beim Schuss ein Liderungselement gegen die Wand des Ladungsraumes drückt und dadurch den Verschluss abdichtet.