Lauf

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Allgemein

Züge 9 mm Pistole
Lauf und Patronenlager (Rohr) einer CZ75

Der Lauf ist der Teil des Rohres von Schusswaffen, in dem das Geschoss beschleunigt und geführt wird.

Juristisch

Der Lauf ist ein wesentliches Teil von Schußwaffen.

Nach der Legaldefinition des Waffengesetzes (Stand 2003) ist ein Lauf: "ein aus einem ausreichend festen Werkstoff bestehender rohrförmiger Gegenstand, der Geschossen, die hindurchgetrieben werden, ein gewisses Maß an Führung gibt; der Gaslauf ist ein Lauf, der ausschließlich der Ableitung der Verbrennungsgase dient"

Den nominellen Innendurchmesser des Laufes nennt man Kaliber.

Man unterscheidet nach dem Profil glatte und gezogene (Feld-Zug oder Polygon) Läufe (sh. unten).

Im militärischen Bereich verwendet man anstelle von Lauf den Begriff Rohr. Damit ist der Lauf samt Patronenlager gemeint.

Von einem Laufbündel spricht man, wenn mehrere Läufe zu einer Einheit verbunden wurden. Solche Laufbündel werden vorwiegend bei Jagdwaffen verwendet.


Beispiel

Der Lauf einer CZ 75 beinhaltet das Patronenlager, den Verriegelungsansatz sowie den Schwenkriegel.

Laufprofile

Jeder Lauf hat ein Innenprofil. Es existieren zwei verschiede Profilformen: Gezogene und nicht gezogene (nicht: ungezogene!!) Laufprofile. Die gezogenen Läufe gibt es in den Varianten [Feld-Zug] und [Polygon]. Die Züge dienen dazu, das Geschoss in eine Rotation um seine Längsachse Drall zu versetzen. Dies erzeugt einen Kreiseleffekt, der das Geschoss stabilisiert und damit die Zielgenauigkeit wesentlich erhöht. Erstmals wurden um 1600 Waffen mit gezogenen Läufen gefertigt.

Laufprofile.jpg


Glatt

Läufe mit einem glatten Innenprofil werden hauptsächlich bei Flinten für den Schrotschuß und in früherer Artillerie für Kanonenrohre eingesetzt. Außerdem für einige Kurzwaffen, die nur im Nahbereich eingesetzt werden.

Mit speziellen Geschossen kann aber auch hier eine hohe Treffgenauigkeit erzielt werden.


Feld-Zug

Das Feld-Zug-Profil schneidet sich mit seinen scharfen Kanten in das Geschoss und zwingt es entsprechend der Dralllänge in eine Rotation um seine Längsachse. Idealerweise verwendet man mit diesem Profil Mantelgeschosse (-> Polygon). Sehr schnelle (weiche) Bleigeschosse können über die Zug-Feld-Kanten rutschen und der Drall wird nicht vollständig übertragen, was zu Präzisionsverlusten führen kann.

Als Felder werden die erhabenen, und als Züge die dazwischen liegenden Bereiche bezeichnet. Das Kaliber der Waffe bezeichnet i.d.R. einen gerundeten Zwischenwert von Felddurchmesser und Zugdurchmesser. Z.B. das Kaliber 9 mm Para: Der Felddurchmesser soll 8,82 mm und der Zugdurchmesser 9,02 mm betragen.


Polygon

Das Polygonprofil funktioniert ähnlich wie das Feld-Zug-Profil, nur gibt es hier nicht dessen scharfe Kanten. Dieses Profil ist auch für rasante Bleigeschosse geeignet.