Lafette

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Festung Königstein, Sachsen: Kanone auf Wandlafette
Karronade auf pivotierter Gleitlafette
Kanone auf pivotierter Gleitlafette in Cornwall

Eine Lafette ist ein (meist fahrbares) Gestell auf dem eine Waffe montiert werden kann. Eine lafettierte Waffe kann genauer gerichtet werden, und der Rückschlag kann gemindert werden.

Die Geschichte der Lafetten ist eng an die Geschichte der Geschütze gebunden, da Geschütze im Gegensatz zu Handfeuerwaffen immer eine feste Unterlage benötigen. In diese Unterlage integriert sind auch die Vorrichtungen zur Höhen- und Seitenrichtung. Die einfachsten Lafetten, wie für die Infanteriewaffe des Granatwerfers, bestehen nur aus einem größeren Brett mit Tragegriffen und Halterungen für das Rohr.

Die ersten Bombarden wurden auf festen Gestellen aus Holzbalken und ähnlichem montiert. Ein Schildzapfen auf beiden Seiten des Rohres ermöglichte später die Höhenrichtung. Mit der Entwicklung der Feldartillerie wurden die Lafetten, immer noch aus Holz, mit großen Rädern versehen und waren auf Pferdezug ausgelegt. Im Bereich der Schiffsartillerie waren die großen Radlafetten eher hinderlich, hier wurde die Größe der Räder verkleinert und den niedrigeren Deckshöhen angepasst.

Für den Marsch wurde das Geschütz aufgeprotzt, d.h. die Lafette wurde mit der so genannten Protze verbunden, einem einachsigen Karren, vor den die Pferde gespannt wurden. Um das Geschütz wieder feuerbereit zu machen, musste es vorher abgeprotzt werden.

Mit dem Siegeszug des Stahls in den Geschützbau wurden auch die Lafetten aus Stahl hergestellt. Die Einführung des Rohrrücklaufes machte es in Verbindung mit der an der Lafette angebrachten Sporn möglich, die nun beim Schuss ruhig stehende Lafette mit einem Schutzschild zu versehen. Die Einführung des Hinterladers ermöglichte bei der Schiffsartillerie den Einbau der Geschütze in gepanzerte Drehtürme.

Ein weiterer Entwicklungsschritt war die Erfindung der Spreizlafette, deren Lafettenschwanz zum Transport zusammengeklappt, in Stellung jedoch auseinander gefahren werden konnte. Hierdurch wurde der bis dahin auf etwa 5° je Seite beschränkte Seitenrichtwinkel auf über 45° je Seite vergrößert.

Bei der Lafettierung von schweren Geschützen wurde auf Eisenbahnschienen laufende Lafetten zurückgegriffen, die so genannten Eisenbahngeschütze. Diese Lafetten können nicht nach der Seite gerichtet werden, hier sind die Eisenbahnschienen in einem Bogen verlegt und das Geschütz kann so gerichtet werden. Solche sogenannten Schießkurven wurden bei Bedarf speziell angelegt. Aufgrund der extremen Belastungen wurden teilweise besondere Verstärkungen am Gleis vorgenommen. Die schwersten Eisenbahngeschütze benötigten sogar Doppelgleise.

Die Motorisierung ermöglichte auch beim Feldgeschütz eine selbst fahrende und damit auch weiter gepanzerte Lafette. Die Entwicklung reichte bis zur Erfindung des Panzers, der im Prinzip eine schwer gepanzerte Lafette mit Drehturm darstellt. Im Gegensatz dazu sind Sturmgeschütze ohne Drehtürme ausgestattet.

Bei Begräbnissen von höheren Militärpersönlichkeiten und bei Staatsbegräbnissen mit "militärischen Ehren" dient oft eine Geschütz-Lafette mit Protze zum Transport des Sarges während eines Trauerumzugs.

Spezielle Formen

  • Blocklafette: Lafette die sogenannte "Legstücke", also Steinbüchsen in einem Festen Rahmen, der "Lade", aufnehmen kann und so mobiler macht. Sie hat keine Schildzapfen. Man Unterscheidet die in den Lafettenschwanzauslaufende "Unterlade" und die auf ihr liegende "Oberlade" mit dem Geschütz.
  • Burgunderlafette: Nur für leichte Geschütze des 15.-16. Jahrhunderts. Ein langestrecktes Stück Holz auf dem das Geschütz montiert ist(Oberlade), das wiederum beweglich auf einem Untergestell montiert war. Am Ende der Oberlade befanden sich zwei Richthörner. Der Rückstoss wurde durch den Drehpunkt der Oberlade und den Richthörnern aufgefangen.
  • Wandlafette: Die Erfindung der Schildzapfen ermöglichte die Wandlafette. Sie bestand aus zwei parallelen Wandrahmen, die fest verstrebt mit einander Verbunden waren, und in ihrem rückwärtigen Teil gemeinsam den Lafettenschwanz bildeten(siehe Bild). Das Geschützrohr lag mit den Schildzapfen in einer Mulde der Wände und wurde nach oben mit Eisenbändern so fixiert, dass es nicht aus den Mulden hüpfen konnte. Ein Verbesserung war die Höhenrichtschraube. Dies sollte für viele Jahrhunderte die gebräuchlichste Form der Lafette bleiben.
  • Pivotlafette: Im 19. Jahrhundert wurden Kanonen und Karronaden auf Kriegsschiffen und in Festungen auf sogenannten "Pivotlafetten" montiert, die am vorderen Ende, z.B. an der Bordwand, auf einem Zapfen, dem Pivot, gelagert waren und am Ende querstehnde Rollen hatte, was ein leichteres Seitenrichten ermöglichte. Karronaden hatten auch keine Schildzapfen mehr sondern eine unter dem Rohr angebrachte Öse, die die Höhenrichtung ermöglichte. Später wurden auch andere Geschütze "pivotiert".
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