Korrosiver Zündsatz

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Als korrosiven Zündsatz bezeichnet man Zündsätze mit betimmter Zusammensetzung, deren Rückstände nach dem Schuss zu Korrosion im Lauf führen.

Diese Zündsätze enthalten als Oxidationsmittel Kaliumchlorat, dieses gibt bei der Verbrennung seinen Sauerstoff an die brennbaren Komponenten des Zündsatzes ab und wird dabei selber zu wasseranziehendem (hygroskopischem) und korrosionsförderndem Kaliumchlorid umwandelt. Dieses bedeckt dann in Form feinster Kristalle die Laufoberfläche und abhängig von der Luftfeuchte und Temperatur bilden sich dann kleine Wassertröpfchen. Sobald das Wasser im Lauf einkondensiert ist beginnt die Salzkorrosion des Laufes. Dabei wird das Eisen mit Unterstützung durch die Chloridionen, durch den Luftsauerstoff korrodiert. Es kommt zur Bildung zahreicher kleiner Löcher in der Oberfläche. In extrem feuchten Klima, z.B. in den Tropen oder in einer überheizten und überfüllten Hütte, kann die Korrosion innerhalb ein paar Stunden einsetzen.

Generell muß man das Gewehr unmittelbar nach dem schießen sehr gründlich reinigen und am besten auch noch ein zwei Tage später nochmal sicherheitshalber nachreinigen. Wegen der hohen Wasserlöslichkeit des Kaliumchlorids wird dieses natürlich am besten von heißem Wasser gelöst. Dazu kann man etwas kochendes Wasser vom System her, über einen passenden Trichter, durch den Lauf schütten. Durch die Hitze löst das Wasser besonders gut und der Lauf wird auch aufgeheizt wodurch er schnell trocknet. Dann muß man natürlich normal mit Öl weiterputzen.

Korrosive Zündsätze werden schon seit Jahren nicht mehr bei der Produktion von Munition verwendet.