Gunning-Kruger-Effekt: Unterschied zwischen den Versionen

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*'''Pistolen sind [[Handfeuerwaffe|Handfeuerwaffen]]''': Die Aussage ist nicht ganz falsch, jedoch umfasst Handfeuerwaffe alle Waffen die von einem Schützen Transportiert und bedient werden können. Der richtige Oberbegriff für Pistolen lautet [[Fausfeuerwaffe]]. Dieser Fehler geht auf einen Übersetzungsfehler im Film Dirty Harry zurück, in welcher dieser seine [[S&W M29]] (im Film einfach [[.44 Magnum]] genannt) als 'stärkste Handfeuerwaffe der Welt' bezeichnet. Was faktisch falsch ist, da auch [[Panzerbüchse|Panzerbüchsen]] und [[Maschinengewehr|Maschinengewehre]] zu den Handfeuerwaffen zählen.
 
*'''Pistolen sind [[Handfeuerwaffe|Handfeuerwaffen]]''': Die Aussage ist nicht ganz falsch, jedoch umfasst Handfeuerwaffe alle Waffen die von einem Schützen Transportiert und bedient werden können. Der richtige Oberbegriff für Pistolen lautet [[Fausfeuerwaffe]]. Dieser Fehler geht auf einen Übersetzungsfehler im Film Dirty Harry zurück, in welcher dieser seine [[S&W M29]] (im Film einfach [[.44 Magnum]] genannt) als 'stärkste Handfeuerwaffe der Welt' bezeichnet. Was faktisch falsch ist, da auch [[Panzerbüchse|Panzerbüchsen]] und [[Maschinengewehr|Maschinengewehre]] zu den Handfeuerwaffen zählen.
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*'''Es gibt keine [[Handfeuerwaffe|Handfeuerwaffen]]''': Auch Aussagen wie diese trifft man an. Diese kommen meist daher, dass nicht in jedem Fachbereich die gleichen Wörter benutzt werden. Dieser auch [[Büchsenmachers Babylon]] genannte Effekt kann bei Betroffenen den Irrglauben hervorrufen, dass es zb. Handfeuerwaffen nicht gibt, da sie den Begriff aus ihren Fachbereich nicht kennen.
  
 
*'''Alle vollautomatischen Waffen sind [[Maschinengewehr|Maschinengewehre]]''': Oft werden durchweg alle Vollautomaten als Maschinengewehre bezeichnet, obwohl zb. [[Maschinenpistole|Maschinenpistolen]] und [[Sturmgewehr|Sturmgewehre]] ganz klar keine Maschinengewehre sind. Dies kommt zum einen daher, dass die Medien oft die von der Polizei getragenen [[MP5]] als Maschinengewehre bezeichnen und zum anderen aus englischen Videos, da der [[US Mashinegun Ban]] alle vollautomatischen Waffen betrifft.
 
*'''Alle vollautomatischen Waffen sind [[Maschinengewehr|Maschinengewehre]]''': Oft werden durchweg alle Vollautomaten als Maschinengewehre bezeichnet, obwohl zb. [[Maschinenpistole|Maschinenpistolen]] und [[Sturmgewehr|Sturmgewehre]] ganz klar keine Maschinengewehre sind. Dies kommt zum einen daher, dass die Medien oft die von der Polizei getragenen [[MP5]] als Maschinengewehre bezeichnen und zum anderen aus englischen Videos, da der [[US Mashinegun Ban]] alle vollautomatischen Waffen betrifft.

Aktuelle Version vom 29. November 2019, 20:31 Uhr

Der Gunning-Kruger-Effekt (zusammen gesetzt aus Gun und Dunning-Kruger-Effekt) ist ein Phänomen, welches das besonders häufige Auftreten des Dunning-Kruger-Effektes im Bereich der Waffenkunde bezeichnet.

Eine Person, welche unter dem Gunning-Kruger-Effekt leidet, ist der Meinung, dass sie umfassende Kenntnis im Bereich der Waffentechnik und Waffenhistorie besitzt, ob wohl sie realistisch betrachtet über nur sehr geringes Wissen verfügt. Dabei sorgt diese Selbstüberschätzung immer wieder für unangenehme Situationen, da Betroffene meist ein starkes Sendungsbewusstsein sowie Mitteilungsbedürfnis haben. In Folge dessen meine Betroffene oft andere belehren zu müssen, auch wenn diese weitaus kompetenter sind als sie selbst.

Ursachen

Dass der Dunning-Kruger-Effekt im Bereich der Waffenkunde besonders häufig auftritt, hat unter anderem folgende Ursachen:

  • Wissen der Durchschnittsbevölkerung: In Deutschland gehört Waffenkunde nicht zum Allgemeinwissen. Jemand der sich auch nur wenig mit dem Thema beschäftigt, verfügt schnell über mehr Wissen als der Durchschnitt. Dies führt bei Betroffenen oft zu der fälschlichen Annahme sie seien auf dem Gebiet besonders bewandert.
  • Zu wenig ehrliches Fachpersonal: In Deutschland gibt es nur wenig Fachpersonal wie Büchsenmacher. Zudem treten diese meist in der Form eines Dienstleister auf, welche dem Kunden gegenüber stets freundlich gegenüber auftreten. Dieser seltene Kontakt und die verzeihende Art des Fachpersonals erwecken bei machen Betroffenen den Eindruck, sie hätten sehr viel Ahnung vom Thema.
  • Zu wenige echte Experten: Echte Experten im Bereich Waffenkunde sind leider rar gesägt. So gibt es nur eine Handvoll Militärhistoriker mit dem Schwerpunkt Handfeuerwaffen in Deutschland. Ein Kontakt kommt so gut wie nie zustande. Dies erweckt beim vom Gunning-Kruger-Effekt Betroffenen den Eindruck er sei der Experten.
  • Offene Ohren für Hören Sagen: Auch wenn Waffenkunde nicht zur hiesigen Allgemeinbildung gehört, so gibt es doch eine gewisse Masse an Binsenweisheiten, Gerüchten und Mythen zum Thema. Diese werden zwar immer wieder wiederholt aber entsprechen oft nicht den Tatsachen. Für gewöhnlich werden diese Mythen von Gunning-Kruger-Effekt Betroffenen regelrecht aufgesogen und bei jeder Gelegenheit wiedergegeben.
  • Etwas schriftliches: Leider herrscht, vor allem in deutschen Kulturraum, oft eine blindes Vertrauen in Schriftstücke. So halten sich Gunning-Kruger Betroffene nach einer bestandenen Waffensachkundeprüfung oft für ausgebildete Experten. Das man in der Waffensachkundevorbereitung nur das nötigste lernt, um sich und andere nicht zu verletzen, wird von Betroffenen meist weitläufig ausgelegt und eine bestandene Sachkundeprüfung zu einer Art Abschluss in Waffenkunde umgedeutet.
  • Eigene Waffe: Jeder Schütze sollte sich so gut wie möglich mit seiner Waffe vertraut machen. Jedoch kommt es bei Gunning-Kruger Betroffenen vor, dass diese alleine den Besitz und den Umgang mit dieser Waffe dafür als ausreichend betrachten. Betroffene unterliegen dem Irrglauben, dadurch automatisch alles über diese Waffe, ähnliche Modelle oder sogar alle Waffen zu wissen.
  • Eingeschränkter Fachbereich: Selbst Fachpersonal ist vor dem Gunning-Kruger-Effekt nicht sicher. Dies rührt vor allem daher, dass die meisten Fachleute nur in einem kleinen Bereich der Waffentechnik arbeiten. Oft werden richtige Erkenntnisse aus dem eigenen Fachbereich, in einen anderen fremden Fachbereich projiziert, welche dort aber nicht mehr den Fakten entsprechen.
  • Das Fachbüchersterben: Leider ist das Fachbuch in Deutschland ein immer weiter an den Rand gedrängtes Medium. In anderen Ländern ist zwar ähnliches zu beobachten, jedoch konnten im deutschsprachigen Raum keine zuverlässigen Online Angebote nachwachsen. Gunning-Kruger Betroffene besitzen meist kein einziges wirkliches Fachbuch zum Thema Waffenkunde.
  • Schlechte Online Angebote: Im deutschsprachigen Raum sind wirklich seriöse Online Angebote zum Thema Waffenkunde rar gesät. Aus diesem Grund informieren sich Gunning-Kruger Betroffene oft auf dubiosen Internetseiten, welche jedoch nicht die nötige Sorgfalt an den Tag legen. Eine besonders schlimme Ausprägung dieses Effektes, in Verbindung mit dem Fachbüchersterben, ist bei jungen Betroffenen zu beobachten. Da bei ihnen der naive Glaube Vorherrscht, das alle wichtigen Informationen Online verfügbar seien.
  • Englische Quellen trotz mangelnder Sprachkenntnisse: Da es an deutschen Medien zum Thema Waffenkunde mangelt, gehen viele Betroffene her und konsumieren stattdessen anderssprachige Quellen, vor allem englische. Bei Gunning-Kruger Betroffenen sieht man dabei jedoch oft, dass ihre Kenntnisse der englischen Sprache nicht ausreicht, um ein hinreichendes Verständnis der Texte und Videos zu gewährleisten. Betroffene geben deswegen die ungenügend aufgenommenen Informationen mangelhaft wieder.
  • Überbewertete Fremdsprachen Kenntnis: Ein besondere Effekt ist bei Betroffenen zu beobachten, welche neben deutsch noch eine weitere Sprache sprechen, oft handelt es sich dabei um ihre Muttersprache. Betroffene gehen davon aus, dass diese Sprachkenntnisse ausreicht, um alles über Waffen zu wissen, welche im entsprechenden Sprachraum entwickelt und benutzt wurden. Dabei fehlt Betroffenen jedoch oft nötiges Fachvokabular sowie Hintergrundwissen, um eventuell sogar studierte fremdsprachige Quellen richtig einordnen zu können. Auch machen einen zb. russisch Kenntnisse nicht zum Experten für russische Waffen, wie einen Deutschkentnisse ja auch nicht zu Experten für deutsche Waffen macht.
  • Filme und Videospiele: Aus Gründen der Dramatik bei Spielfilmen, sowie aus Gründen der Fairness bei Computer- und Videospielen, werden oft Waffentechnische Sachverhalte falsch dargestellt. Gunning-Kruger betroffene halten diese falsches Sachverhalte jedoch für wahr und geben diese als angeblich fundiertes Waffenkundewisse wieder.
  • Schlecht übersetzte Dokus: Seit den frühen 2000er Jahren schwappten immer mehr, vor allem US Amerikanische, Dokumentationen zum Thema Waffenkunde in den deutschsprachigen Raum. Bei diesen handelt es sich oft um eine Form der weichen Propaganda wo US Waffen entweder glorifiziert oder stark kritisiert werden. Letzteres um die US Bevölkerung zur Befürwortung eines höheren Militär Budgets zu bewegen. Zudem werden diese Dokumentationen oft mit einem geringen Budget und von nicht Fachpersonal ins Deutsche übersetzt und enthalten aus diesem Grund oft Fehler. Gunning-Kruger Betroffene saugen diese Informationen jedoch unreflektiert auf und halten sie für fundiertes Wissen aus seriösen Quellen.


Typische Aussagen

  • Revolver sind keine Pistolen: Eine typische Behauptung, verursacht durch einen Fehler in der Waffensachkundeprüfung wo nach dem Unterschied von Pistole und Revolver gefragt wird. Eigentlich hätte jedoch nach einer Selbstladepistole gefragt werden müssen. Oft behuapten Gunning-Kruger Betroffene eine Pistole hätte immer ein Magazin und sprechen damit zb. der Steinschlosspistole ab eine Pistole zu sein.
  • Pistolen sind Handfeuerwaffen: Die Aussage ist nicht ganz falsch, jedoch umfasst Handfeuerwaffe alle Waffen die von einem Schützen Transportiert und bedient werden können. Der richtige Oberbegriff für Pistolen lautet Fausfeuerwaffe. Dieser Fehler geht auf einen Übersetzungsfehler im Film Dirty Harry zurück, in welcher dieser seine S&W M29 (im Film einfach .44 Magnum genannt) als 'stärkste Handfeuerwaffe der Welt' bezeichnet. Was faktisch falsch ist, da auch Panzerbüchsen und Maschinengewehre zu den Handfeuerwaffen zählen.
  • Es gibt keine Handfeuerwaffen: Auch Aussagen wie diese trifft man an. Diese kommen meist daher, dass nicht in jedem Fachbereich die gleichen Wörter benutzt werden. Dieser auch Büchsenmachers Babylon genannte Effekt kann bei Betroffenen den Irrglauben hervorrufen, dass es zb. Handfeuerwaffen nicht gibt, da sie den Begriff aus ihren Fachbereich nicht kennen.
  • Alle vollautomatischen Waffen sind Maschinengewehre: Oft werden durchweg alle Vollautomaten als Maschinengewehre bezeichnet, obwohl zb. Maschinenpistolen und Sturmgewehre ganz klar keine Maschinengewehre sind. Dies kommt zum einen daher, dass die Medien oft die von der Polizei getragenen MP5 als Maschinengewehre bezeichnen und zum anderen aus englischen Videos, da der US Mashinegun Ban alle vollautomatischen Waffen betrifft.
  • Das ist kein Mündungsbrecher: Sehr häufig kommt es bei Gunning-Kruger Betroffenen zu Verwechslungen von Mündungsaufsätzen, da diese für den Unkundigen meist schwierig auseinander zu halten sind. Auch werden die Begrifft oft in dem Medien, Videospielen und schlechten Übersetzungen Dokumentationen falsch verwendet und so von Betroffenen so falsch auf genommen und wieder gegeben.
  • Es heißt nicht Rohr / Lauf: In extremer Häufung treten Probleme mit Büchsenmachers Babylon auf. Betroffene wissen oft nicht, dass es in verschiedenen Bereichen der Waffentechnik verschiedene Begriffe für gleiche oder ähnliche Bauteile und Sachverhalte gibt. So halten viele Betroffene zum Beispiel das Wort Rohr für falsch, andere das Wort Lauf.
  • Es heißt nicht Kugel: Sehr oft wird der Begriff Kugel von Betroffenen fälschlicherweise angekreidet. Dies kommt daher, das sie sich an der Definition aus der Geometrie orientieren. Jedoch verhält es sich in der Waffentechnik, historisch bedingt, anders. Hier wird Kugel verwendet für: Büchsenpatronen, Büchsengeschosse, Büchsenprojektile jedoch nicht für Schrot obwohl es sich dabei um geometrische Kugeln handelt.
  • K98 war die Standardwaffe der Wehrmacht: Eine typische Verwechslung von deutschen Kar98k und dem polnischen K98. Dieser kommt zustande da viele Hersteller von Dekowaffen, Softairwaffen sowie Programmierer von Videospielen den Mauser Karabiner 98 kurz mit K98 abkürzen um Lizenzforderungen von Seiten Mauser vorzubeugen.
  • Der Kar98k ist die kurze Version vom K98: Bereits unter Militärhistorikern eine Art Scherzfrage. Diese These wird von vielen Gunning-Kruger Betroffenen immer wieder vertreten. Sie Übersehen dabei jedoch, dass es sich beim K98 um ein polnisches Karabiner Modell handelt und beim Kar98k um ein deutsches. Dessen Längen sich nicht aufeinander beziehen. Der Kar98k ist zudem weder kurz noch ein Karabiner sondern ein Universalgewehr und damit länger als der K98, bei welchem es sich wirklich um einen Karabiner handelt.
  • Die MP40 ist von Schmeisser: Dieses Gerücht hält sich hartnäckig und kommt daher, dass US Soldaten nach dem zweiten Weltkrieg erbeutete MP40 anhand ihrer Magazine als Schmeisser MP40 bezeichneten. Die in der MP40 benutzen Magazine stammten jedoch noch von der MP28 und trugen den Namen Schmeisser. Die MP40 selber stammt jedoch von Heinrich Vollmer.
  • MP44 und Stg.44 sind unterschiedlich: Nein, beide Waffen sind per Dienstvorschrift gleich. Oft wird zwar behauptet, die MP44 sei eine Maschinenpistole aber dies entspricht nicht den technischen Tatsachen. Vielmehr war MP44 einen Tarnbezeichnung, um das weiterbestehen des Maschinenkarabiner-Projektes vor Hitler zu verschleiern. Später wurde die MP44 in Stg.44 umbenannt, ohne das Änderungen vorgenommen wurden. Die Behauptung kommt oft von einer Verwechslung mit der MP40 oder von dem blinden Glauben an die Richtigkeit der Abkürzung MP.
  • Das AK-47 ist eine Kopie des Stg.44: Eine vor allem deswegen weit verbreitete Aussage, weil für den Unkundigen beide Modelle von außen ähnlich aussehen. Jedoch existieren kaum technische Ähnlichkeiten. Zudem wird verbreitet, dass das Stg.44 den Anstoß zur Entwicklung des AK-47 gegeben haben soll, dies war jedoch nachweislich der MKb.42 (h) in der Schlacht um Chlom. Zudem existierte mit dem Fjederov Avtomat bereits das dem deutsch Sturmgewehr ähnlich Konzept des Avtomat.
  • Die AK-47 ist eine Maschinenpistole: Nein, die AK-47 feuert keine Pistolenpatronen und ist daher auch keine Maschinenpistole. Der Fehler kommt daher, dass die DDR die der AK-47 ähnliche MPi-K als Maschinenpistole bezeichnete, da das Wort 'Sturmgewehr' im Sprachgebrauch der DDR nicht vorkam.
  • Die AK-47 ist die meist gebaute Waffe der Welt: Nein, die AK-47 wurde in keinen so großen Stückzahlen gefertigt. Auch wenn man die Nomenklatur AK-47, wie im Sprachgebrauch der US Armee, auf alle Modelle mit Kalaschnikow System ausweitet, so wurden weltweit mehr Waffen mit dem Mauser 98 System gefertigt.
  • Die AK-47 ist unempfindlich gegenüber Schlamm: Nein, aktuelle Test haben bewiesen, dass vor allem zementartiger Schlamm bereits bei einem der ersten Schüsse vom Verschlussträger direkt in die Aussparungen des Schildzapfen fallen kann, was ein verriegeln der Waffe verhindert und die Schussabgabe unmöglich macht.
  • Die AK-47 ist billig: Auch das ich nur eingeschränkt richtig. Denn auf die eigentliche AK-47 trifft dies in keinster Weise zu. Erst die AKM konnte günstig produziert werden und dies auch nur, wenn Produktionsanlagen von ausreichender Größe errichtet und eine gewisse Mindestanzahl an Modellen produziert wurde. In geringen Stückzahlen ist die AKM sehr teuer. Das Gerücht kommt daher, dass nach dem Zusammenbruch des Ostblocks große Mengen von AKM und AK-47 den Markt überschwemmten und zu günstigen Preisen zu haben waren. Dies hat jedoch nichts mit den ursprünglichen Produktionskosten zu tun.
  • Die AK-47 ist unpräzise: Auch das ist nur teilweise richtig und rührt daher, da AK-47 und AKM nicht Fabrikmäßig eingeschossen werden. Dies wird erst vom Soldaten selber oder von speziell ausgebildetem Personal nach Erhalt der Waffen vorgenommen. Der erste direkte Kontakt des Westens mit der AK-47 fand jedoch in Form von Guerillakämpfen mit nichtstaatlichen Akteuren statt. Diese waren oft nicht in der Lage die Waffen entsprechen einzuschießen. Dem entsprechend viel der erste Eindruck der AK-47 im Westen aus. Auch waren die ersten Kalaschnikow Modelle, welche den westlichen Zivilmarkt erreichten von minderer Qualität.
  • Die NVA hatte das AK-47 und AKM: Nein, die NVA hatte die MPi-K und MPi-KM. Diese Moeddel sind Ak-47 und AKM ähnlich, jedoch nicht identisch.
  • Es gibt eine AK-74U: Nein, es gibt zwar eine AKS-74U die AK-74U ist eine Erfindung des Softair Herstellers Tokyo Marui dieser vertreib ein Modell welches eine Mischung aus AKS-74U und AK-47 darstellt, welche in der Realität nicht existiert. Da viele Videospielprogrammierer als Anschauungsobjekte zu Softairmodellen greifen, hat es diese fiktive Waffe in einige prominente Videospiele geschafft.
  • Die Kalaschnikow hat das Kaliber 7.62x39mm: Oft sind Betroffene nicht in der Lage, eine Waffen Familie von den jeweils einzelnen Modellen zu unterscheiden. Denn die Kalaschnikow gibt es nicht, da man nicht weiß, ob von von der ersten Kalaschnikow also der Kalaschnikow MP 1942, dem ersten Kalaschnikow Avtomaten der AK-46, der ersten Kalaschnikow in Massenproduktion der AK-47 oder der meist produzierten Kalaschnikow der AKM, ausgehen soll. Betroffene vom Gunning-Kruger-Effekt, sind also in dieser Hinsicht schwer zu verstehen und verursachen laufend Missverständnisse. Zudem werden auch oft Einzelne Modelle vertaucht, zusammen gezogen oder deren Eigenschaften verwechselt. Besonders betroffen sind neben der Kalaschnikow Familie auch die AR-15 Modelle, die Gewehre der Ai AW Gruppe sowie das Sturmgewehr 44 und seine Vorgänger.
  • Die AK-47 würde für 7,62x39mm M43 entwickelt: Nein, entwickelt wurde die AK-47, wie die AK-46 vor ihr, für die Patrone 7,62x41mm M43. Erst als Die Waffe so gut wie fertig war, wurde die Patrone um 2mm gekürzt und die AK-47 entsprechend für 7,62x39mm angepasst, welche ebenfalls die Bezeichnung M43 trägt.
  • Es gibt verschiedene Kaliber .50: Nein, 'Kaliber .50' ist eine Maßangabe genau wie wie '1 cm'. Es gibt keine verschieden lange 1 Zentimeter. Es gibt nur verschiedene Patronen mit einem .50 Kaliber Geschoss aber das Kaliber bleibt gleich.
  • 7,62x39mm M43 hat mehr Druchschlagkraft als 5,45x39mm M74: Nein, hier wird Durchschlagkraft mit Stoppwirkung verwechselt. 5,45x39mm hat ein kleineres schnelleres Geschoss und damit eine bessere Chance ein Ziel oder dessen Panzerung zu durchschlagen. 7,62x39mm M43 hat hingegen durch das langsamere schwere Geschoss eine größere Chance das Ziel zu stoppen. Oft wird Druchschlagkraft als Synonym für die allgemeine Leistung benutzt und von Gunning-Kruger Betroffenen sogar als Synonym für Stoppwirkung, obwohl es sich um das Gegenteil von Durchschlagkraft handelt.
  • 5,56x45mm NATO und .223 Remington sind identisch: Eine weitere Falschaussage, welche sich vor allem darauf stützt, dass beide Patronen auf dem deutschen Munitionserwerbsschein gleichgesetzte werden. In der Realität jedoch handelt es sich um zwei unterschiedliche Patronen und das verschießen von .223 Remington aus einer 5,56x45mm NATO Büchse, kann zu Problemen führen und umgekehrt.
  • 7,62x51mm NATO und .308 Winchester sind identisch: Ähnlich wie auch bei 5,56x45mm NATO und .223 Remington kommt der Mythos vom Munitionserwerbsschein. In der Realität sind beide Patronen unterschiedlich und das verschießen von .308 Winchester aus einer 7,62x51mm NATO Büchse kann zu Problemen führen sowie umgekehrt.
  • Das G3 kann im Notfall AK-47 Munition verschießen: Ein altes Soldaten Gerücht aus den Tagen des kalten Krieges. beide Waffen besitzen zwar das Kaliber 7,62mm jedoch unterschiedliche Patronen. Beim G3 7,62x51mm NATO und beim AK-47 7,62x39mm M43. Die Patronenlager der beiden Waffen sind jedoch zu unterschiedlich geformt, als dass ein gefahrloser Abschuss der jeweils anderen Patrone möglich wäre.
  • Das AR in AR-15 steht für Automatic Rifle: Nein, es steht für ArmaLite Rifle. Das fünfzehnte Gewehr der Firma ArmaLite.
  • Das AR-15 ist halbautomatisch: Nein, das ursprüngliche AR-15 wurde von der Firma ArmaLite aus der AR-10 entwickelt. Erst später wurde von Colt mit der AR-15 Sporter eine Selbstladebüchse für den zivilen Markt geschaffen. Heute befinden sich jedoch so viele Waffen mit AR-15 System auf dem Markt, dass man diese oft vereinfacht AR-15 nennt, obwohl man Waffen mit AR-15 System sagen müsste. Oft wird durch den Artikel unterschieden was man mient. 'Das AR-15' (bestimmter Artikel), meint das erste AR-15 von ArmaLIte. 'Ein AR-15' (unbestimmter Artikel) meint ein Modell mit AR-15 System.
  • Das AR-15 wurde für .223 Remington entwickelt: Nein, die erste AR-15 war für die Patrone .222 Remington eingerichtet, diese Patrone wurde jedoch von ArmaLite angespannt und als .222 Special bezeichnet. Erst eine noch weiter geänderte Version der Patrone erhielt den Namen .223 Remington.
  • Das M16 war schlecht in Vietnam: Die Probleme des M16 lassen sich eher auf unpassendes Treibmittel, fehlendes Putzzeug und eine mangelnde Kommunikation zwischen Soldat, Führung, Colt und ArmaLite zurückführen. Trotzdem halten sich die Gerüchte von damals bis heute und werden von Gunning-Kruger Betroffenen bei jeder Gelegenheit aufgewärmt.
  • Das M16 wurde von der US Armee in Vietnam eingeführt: Eigentlich wurde das M16 nur von der US Luftwaffe offiziell eingeführt. Die Armee folge erst später mit dem XM16E1. Auch stimmt das Gerücht nicht, dass die US Amree mit dem M14 in die Vietnamkrieg eintrat und dieses, wegen den schlechten Erfahrungen, austauschte. Nur die US Marines waren zu Beginn noch mit M14 ausgerüstet, das Groß der US Armee hatte bereits das XM16E1. Erst als immer mehr US Truppen nach Vietnam kamen und die Produktion vom M16A1 nicht mithielt, wurden erneut M14 ausgegeben.
  • Alle kurzen AR-15 sind M4:Nein, 'Colt M4 Carbine 5.56mm' ist eine Spezifikation mit einem genau 14,5 Zoll langem Lauf mit Einschnitt für das M203 Granatgerät und anderen festgesetzten Eigenschaften. Ein wechsel des Laufes oder einer anderen wichtigen Komponenten verletzten diese Spezifikation und es handelt sich nicht mehr um einen 'Colt M4 Carbine 5.56mm'. Die Benutzung der Nomenklatur M4 für alle möglichen kurzen Waffen mit AR-15 System kommt vor allem aus der Videospielkultur.
  • Es gibt M4, M4A1, M4A2, M4A3 und M4A4: Nein, es gibt neben den M4 nur den M4A1. Dieser kann vollautomatisches Feuer abgeben anstelle des mechanisierten Feuerstoßes. M4A2, M4A3 und M4A4 sind Erfindungen des Videospiels Counterstrike. Es existiert jedoch eine Panzer Namens M4A4, dieser ist eine Weiterentwicklung des M4 Sherman.
  • Der M4 Karabiner wurde im Vietnamkrieg erfunden: Nein, der M4 Stammt von 1991. Es gab keine offiziellen Karabiner auf AR-15 Basis in Vietnam. Nur die SMG und Commando CAR-15 Versionen wie XM177E1,oder GAU-5A/A. Oft halten Gunning-Kruger Betroffene alle kurzen AR-15 Modelle für M4 Karabiner.
  • Der M4 ist nur eine Version vom M16: Häufig sind vom Gunning-Kruger-Effekt Betroffene nicht in der Lange, die einzelnen Modelle einer Familie auseinander zu halten und werfen aus diesem Grund alle Modelle in einen Topf. Diesen Topf benennen sie dann jeweils nach dem bekanntesten Modell. So wird zum Bespiel der eigenständige M4 Karabiner oder der GAU5-A/A in den M16 Topf geworfen. Besonders schlimm betroffen sind unter anderem auch die Kalaschnikow Familie, die AI AW Familie sowie die AR-15 Gruppe und die deutschen Maschinenkarabiner welche zu Unterarten des Sturmgewehr 44 werden.
  • Es gibt den M4 aber auch mir kurzem Lauf: Eine Aussage wie diese bezeugt eindeutig, dass viele Gunning-Kruger-Effekt Betroffene oft keine Idee davon haben, was eine militärische Designation ist. Denn eine solche bezieht sich eindeutig auf die Eigenschaften einer Waffe, wird eine dieser eindeutig definierten Eigenschaften verändert, verliert die Waffe ihre Designation. Es gibt eindeutig keinen M4 mit kurzem Lauf, da die Designation von einem 14,5 langen Lauf spricht. Betroffenen ist oft nicht bewusst, wie Waffennamen funktionieren.
  • Es gab Reflexvisiere im zweiten Weltkrieg: Es gab erste Reflexvisiere zur Zeit des zeiten Weltkrieges. Jedoch wurden sie nicht im Krieg benutzt, da diese das Sonnenlicht als Qualle nutzen und bereits bei Bewölkung unbrauchbar wurden. Benutzt wurde zum Beispiel das Nydar-Visier von Sportschützen zum Tontaubenschießen. Gestreut wurde das Gerücht durch unhistorische Videospiele.
  • Es gab Holovisiere im zweiten Weltkrieg: Das ist unmöglich, da die Holografie erst nach dem zweiten Weltkrieg erfunden wird. Ebenfalls ein Produkt von ahistorischen Videospielen.
  • Alle Visiere mit mittlere Vergrößerung sind ACOGs: Nein, ACOGs sind Visiere einer bestimmten Produktlinie der Firma Trijicon. Dieser Fehler kommt ebenfalls aus Videospielen, wo alle Optiken dieser und ähnlicher Art oft einfach ACOG, ohne weitere Modellbezeichnung, genannt werden.
  • Es gibt halbautomatische Sturmgewehre: Ein faktischer Fehler, da Sturmgewehre per Definition Dauerfeuer fähig sein müssen. Diese Fehleinschätzung kommt aus den US Medien, wo Waffengegner Selbstladebüchsen polemisch als Assault Rilfes (dt. Sturmgewehre) bezeichnen, um einen vermeintlich militärischen Charakter zu implizieren.


Viele dieser typischen Aussagen kommen oft in Büchsenmacherbullshitbingos vor.