Gunning-Kruger-Effekt: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Gunning-Kruger-Effekt''' (zusammen gesetzt aus Gun und Dunning-Kruger-Effekt) ist ein Phänomen, welches das besonders häufige Auftreten des Dunning-Kruger-Effektes im Bereich der [[Waffenkunde]] bezeichnet.
 
Der '''Gunning-Kruger-Effekt''' (zusammen gesetzt aus Gun und Dunning-Kruger-Effekt) ist ein Phänomen, welches das besonders häufige Auftreten des Dunning-Kruger-Effektes im Bereich der [[Waffenkunde]] bezeichnet.
  
Eine Person, welche unter dem '''Gunning-Kruger-Effekt''' leidet, ist der Meinung, dass sie sehr viel Kenntnis im Bereich der [[Waffentechnik]] und [[Waffenhistorie]] besitzt, ob wohl sie realistisch betrachtet über nur sehr geringe Kenntnisse verfügt.
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Eine Person, welche unter dem '''Gunning-Kruger-Effekt''' leidet, ist der Meinung, dass sie sehr viel Kenntnis im Bereich der [[Waffentechnik]] und [[Waffenhistorie]] besitzt, ob wohl sie realistisch betrachtet über nur sehr geringe Kenntnisse verfügt. Dabei sorgt diese Selbstüberschätzung immer wieder für unangenehme Situationen, da Betroffene meist ein starkes Sendungsbewusstsein und Mitteilungsbedürfnis haben und in Folge dessen oft meinen andere belehren zu müssen, auch wenn diese weitaus kompetenter sind als sie selbst.
  
 
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*'''[[Revolver]] sind keine [[Pistolen]]''': Eine typische Behauptung verursacht durch einen Fehler in der [[Waffensachkundeprüfung]] wo nach dem Unterschied von Pistole und Revolver gefragt wird, wo eigentlich hätte [[Selbstladepistole]] stehen müssen. Oft bedeuten Gunning-Kruger Betroffene eine Pistole hätte immer ein Magazin und sprechen damit zb. der [[Steinschlosspistole]] ab eine Pistole zu sein.
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*'''[[Revolver]] sind keine [[Pistole|Pistolen]]''': Eine typische Behauptung verursacht durch einen Fehler in der [[Waffensachkundeprüfung]] wo nach dem Unterschied von Pistole und Revolver gefragt wird, wo eigentlich hätte [[Selbstladepistole]] stehen müssen. Oft bedeuten Gunning-Kruger Betroffene eine Pistole hätte immer ein Magazin und sprechen damit zb. der [[Steinschlosspistole]] ab eine Pistole zu sein.
  
 
*'''Pistolen sind [[Handfeuerwaffe|Handfeuerwaffen]]''': Die Aussage ist nicht ganz falsch, jedoch umfasst Handfeuerwaffe alle Waffen die von einem Schützen Transportiert und bedient werden können. Der richtige Begriff für Pistolen lautet [[Fausfeuerwaffe]]. Dieser Fehler geht auf einen Übersetzungsfehler im Film Dirty Harry zurück, in welcher dieser seine [[.44 Magnum]] als 'stärkste Handfeuerwaffe der Welt' bezeichnet. Was faktisch falsch ist, da auch [[Panzerbüchse|Panzerbüchsen]] und [[Maschinengewehr|Maschinengewehre]] zu den Handfeuerwaffen zählen.
 
*'''Pistolen sind [[Handfeuerwaffe|Handfeuerwaffen]]''': Die Aussage ist nicht ganz falsch, jedoch umfasst Handfeuerwaffe alle Waffen die von einem Schützen Transportiert und bedient werden können. Der richtige Begriff für Pistolen lautet [[Fausfeuerwaffe]]. Dieser Fehler geht auf einen Übersetzungsfehler im Film Dirty Harry zurück, in welcher dieser seine [[.44 Magnum]] als 'stärkste Handfeuerwaffe der Welt' bezeichnet. Was faktisch falsch ist, da auch [[Panzerbüchse|Panzerbüchsen]] und [[Maschinengewehr|Maschinengewehre]] zu den Handfeuerwaffen zählen.
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*'''[[Schrotflinte|Schrotflinten]] haben keine Reichweite''': Ein Mythos welcher vor allem durch Spielfilme und Videospiele begründet wurde. In der Realität kann man mit entsprechender [[Würgebohrung]], [[Sauposten]] oder einem [[Flintelaufgeschoss]] eine beachtliche Reichweite erzielen.
 
*'''[[Schrotflinte|Schrotflinten]] haben keine Reichweite''': Ein Mythos welcher vor allem durch Spielfilme und Videospiele begründet wurde. In der Realität kann man mit entsprechender [[Würgebohrung]], [[Sauposten]] oder einem [[Flintelaufgeschoss]] eine beachtliche Reichweite erzielen.
  
*'''[[K98]] war die Standardwaffe der [[Wehrmacht]]''': Eine typische Verwechslung von deutschen [[Ka98k]] und dem polnischen [[K98]]. Zustand kommt diese Verwechslung das viele Hersteller von [[Dekowaffen]], [[Softairwaffen]] sowie Programmierer von Videospielen den Mauser Karabiner 98 kurz mit K98 abkürzen um Lizenzforderungen von Seiten [[Mauser]] vorzubeugen.
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*'''[[K98]] war die Standardwaffe der [[Wehrmacht]]''': Eine typische Verwechslung von deutschen [[Kar98k]] und dem polnischen [[K98]]. Zustand kommt diese Verwechslung das viele Hersteller von [[Dekowaffen]], [[Softairwaffen]] sowie Programmierer von Videospielen den Mauser Karabiner 98 kurz mit K98 abkürzen um Lizenzforderungen von Seiten [[Mauser]] vorzubeugen.
  
 
*'''Der [[Kar98k]] ist die kurze Version vom [[K98]]''': Bereits unter [[Militärhistoriker|Militärhistorikern]] eine Art Scherzfrage. Wird diese These von vielen Gunning-Kruger Betroffenen immer noch vertreten. Sie Übersehen dabei jedoch, dass es sich beim K98 um ein polnisches [[Karabiner]] Modell handelt und beim Kar98k um ein deutsches. Dessen Längen sich nicht aufeinander beziehen. Der Kar98k ist zudem weder kurz noch ein Karabiner sondern ein [[Universalgewehr]] und damit länger als der K98.
 
*'''Der [[Kar98k]] ist die kurze Version vom [[K98]]''': Bereits unter [[Militärhistoriker|Militärhistorikern]] eine Art Scherzfrage. Wird diese These von vielen Gunning-Kruger Betroffenen immer noch vertreten. Sie Übersehen dabei jedoch, dass es sich beim K98 um ein polnisches [[Karabiner]] Modell handelt und beim Kar98k um ein deutsches. Dessen Längen sich nicht aufeinander beziehen. Der Kar98k ist zudem weder kurz noch ein Karabiner sondern ein [[Universalgewehr]] und damit länger als der K98.
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*'''Die NVA hatte das [[AK-47]] und [[AKM]]''': Nein, die NVA hatte die [[MPi-K]] und [[MPi-KM]]. Diese sind AK-47 und AKM zwar ähnlich jedoch nicht identisch.
 
*'''Die NVA hatte das [[AK-47]] und [[AKM]]''': Nein, die NVA hatte die [[MPi-K]] und [[MPi-KM]]. Diese sind AK-47 und AKM zwar ähnlich jedoch nicht identisch.
  
*''[[AK-47]] und [[AK-74]] sind gleich''': Nein, die AK-74 verwendet eine andere Patrone ([[5,45x39mm]] M74) und weist weitere entscheidende Merkmale auf.
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*'''[[AK-47]] und [[AK-74]] sind gleich''': Nein, die AK-74 verwendet eine andere Patrone ([[5,45x39mm]] M74) und weist weitere entscheidende Merkmale auf.
  
*''Die [[AK-74]] hat einen [[Mündungsfeuerdämpfer]]''': Nein, der [[Mündungsaufsatz]] der AK-74 verteilt die Gase zu den Seiten hin, es handelt sich also um einen [[Mündungsbremse]].
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*'''Die [[AK-74]] hat einen [[Mündungsfeuerdämpfer]]''': Nein, der [[Mündungsaufsatz]] der AK-74 verteilt die Gase zu den Seiten hin, es handelt sich also um einen [[Mündungsbremse]].
  
*''Es gibt eine AK-74U''': Nein, es gibt zwar eine [[AKS-74U]] die AK-74U ist eine Erfindung des [[Softair]] Herstellers [[Tokyo Marui]] dieser vertreib ein Modell welches eine Mischung aus [[AKS-74U]] und [[AK-47]] darstellt, welche in der Realität nicht existiert. Da viele Videospielprogrammierer was Anschauungsobjekte angeht, lieber zu Softairmodellen greifen, hat es diese fiktive Waffe in einige Videospiele geschafft.  
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*'''Es gibt eine AK-74U''': Nein, es gibt zwar eine [[AKS-74U]] die AK-74U ist eine Erfindung des [[Softair]] Herstellers [[Tokyo Marui]] dieser vertreib ein Modell welches eine Mischung aus [[AKS-74U]] und [[AK-47]] darstellt, welche in der Realität nicht existiert. Da viele Videospielprogrammierer was Anschauungsobjekte angeht, lieber zu Softairmodellen greifen, hat es diese fiktive Waffe in einige Videospiele geschafft.  
  
 
*'''Die AK-47 würde für [[7,62x39mm]] M43 entwickelt''': Nein, die Entwicklung der AK-47 begann für die Patrone [[7,62x41mm]], verwirrender Weise auch M43 genannt. Erst als Die Waffe so gut wie fertig war, wurde die Patrone um 2mm gekürzt und die AK-47 entsprechend für [[7,62x39mm]] M43 angepasst.
 
*'''Die AK-47 würde für [[7,62x39mm]] M43 entwickelt''': Nein, die Entwicklung der AK-47 begann für die Patrone [[7,62x41mm]], verwirrender Weise auch M43 genannt. Erst als Die Waffe so gut wie fertig war, wurde die Patrone um 2mm gekürzt und die AK-47 entsprechend für [[7,62x39mm]] M43 angepasst.
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*'''Das AR-15 ist halbautomatisch''': Nein, das ursprüngliche AR-15 wurde von der Firma [[ArmaLite]] aus der [[AR-10]] entwickelt. Erst später wurde von Colt mit der [[AR-15 Sporter]] eine zivile [[Selbstladebüchse]] auf den Markt gebracht. Heute befinden sich jedoch so viele Waffen mit AR-15 System auf dem Markt, dass man diese vereinfacht AR-15 nennt, obwohl man Waffen mit AR-15 System sagen müsste.
 
*'''Das AR-15 ist halbautomatisch''': Nein, das ursprüngliche AR-15 wurde von der Firma [[ArmaLite]] aus der [[AR-10]] entwickelt. Erst später wurde von Colt mit der [[AR-15 Sporter]] eine zivile [[Selbstladebüchse]] auf den Markt gebracht. Heute befinden sich jedoch so viele Waffen mit AR-15 System auf dem Markt, dass man diese vereinfacht AR-15 nennt, obwohl man Waffen mit AR-15 System sagen müsste.
  
*''''Das AR-15 wurde für [[.223 Remington]] entwickelt''': Nein, die erste AR-15 war für die [[.222 Remington]] eingerichtet, diese Patrone wurde jedoch von ArmaLite angespannt und als .222 Special bezeichnet. Erst eine noch weiter geänderte Version der Patrone erhielt den Namen [[.223 Remington]].
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*'''Das AR-15 wurde für [[.223 Remington]] entwickelt''': Nein, die erste AR-15 war für die [[.222 Remington]] eingerichtet, diese Patrone wurde jedoch von ArmaLite angespannt und als .222 Special bezeichnet. Erst eine noch weiter geänderte Version der Patrone erhielt den Namen [[.223 Remington]].
  
 
*'''Das [[M16]] war schlecht in Vietnam''': Die Probleme des M16 lassen sich eher auf unpassendes [[Treibmittel]], fehlendes Putzzeug und eine mangelnde Kommunikation zwischen Solat, Führung und [[Colt]] zurückführen. Trotzdem halten sich die Gerüchte von damals bis heute und werden von Gunning-Kruger Betroffenen bei jeder Gelegenheit wiederholt.
 
*'''Das [[M16]] war schlecht in Vietnam''': Die Probleme des M16 lassen sich eher auf unpassendes [[Treibmittel]], fehlendes Putzzeug und eine mangelnde Kommunikation zwischen Solat, Führung und [[Colt]] zurückführen. Trotzdem halten sich die Gerüchte von damals bis heute und werden von Gunning-Kruger Betroffenen bei jeder Gelegenheit wiederholt.
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*'''Es gab [[Holovisier|Holovisiere]] im zweiten Weltkrieg''': Das ist unmöglich da die Holografie erst nach dem zweiten Weltkrieg erfunden wird. Ebenfalls ein Produkt von ahistorischen Videospielen.
 
*'''Es gab [[Holovisier|Holovisiere]] im zweiten Weltkrieg''': Das ist unmöglich da die Holografie erst nach dem zweiten Weltkrieg erfunden wird. Ebenfalls ein Produkt von ahistorischen Videospielen.
  
*'''Alle Visiere mit mittlere Vergrößerung sind [[ACOG|ACOGs]]'': Nein, die ACOGs sind Visiere einer bestimmten Produktlinie der Firma [[Trijicon]]. Dieser Fehler kommt ebenfalls aus Videospielen, wo alle Optiken dieser und ähnlicher Art oft einfach ACOG, ohne weitere Modellbezeichnung, genannt werden.
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*'''Alle Visiere mit mittlere Vergrößerung sind [[ACOG|ACOGs]]''': Nein, die ACOGs sind Visiere einer bestimmten Produktlinie der Firma [[Trijicon]]. Dieser Fehler kommt ebenfalls aus Videospielen, wo alle Optiken dieser und ähnlicher Art oft einfach ACOG, ohne weitere Modellbezeichnung, genannt werden.
  
 
*'''[[Halbautomat|Halbautomaten]] sind immer umgebaute [[Vollautomat|Vollautomaten]]''': Nein, komplett falsch. [[Hlabautomat|Halbautomaten]] sind solange nicht Automatisch, bis man eine spezielle [[Abzungsgruppe]] konstruiert, zu welcher auch ein sogenannter [[Vollautomatikunterbrecher]] gehört. Die meisten in Deutschland erhältlichen [[Selbstladebüchsen]] sind extra so konstruiert, das ein Umbau nicht mehr möglich ist.
 
*'''[[Halbautomat|Halbautomaten]] sind immer umgebaute [[Vollautomat|Vollautomaten]]''': Nein, komplett falsch. [[Hlabautomat|Halbautomaten]] sind solange nicht Automatisch, bis man eine spezielle [[Abzungsgruppe]] konstruiert, zu welcher auch ein sogenannter [[Vollautomatikunterbrecher]] gehört. Die meisten in Deutschland erhältlichen [[Selbstladebüchsen]] sind extra so konstruiert, das ein Umbau nicht mehr möglich ist.

Version vom 10. November 2019, 23:09 Uhr

Der Gunning-Kruger-Effekt (zusammen gesetzt aus Gun und Dunning-Kruger-Effekt) ist ein Phänomen, welches das besonders häufige Auftreten des Dunning-Kruger-Effektes im Bereich der Waffenkunde bezeichnet.

Eine Person, welche unter dem Gunning-Kruger-Effekt leidet, ist der Meinung, dass sie sehr viel Kenntnis im Bereich der Waffentechnik und Waffenhistorie besitzt, ob wohl sie realistisch betrachtet über nur sehr geringe Kenntnisse verfügt. Dabei sorgt diese Selbstüberschätzung immer wieder für unangenehme Situationen, da Betroffene meist ein starkes Sendungsbewusstsein und Mitteilungsbedürfnis haben und in Folge dessen oft meinen andere belehren zu müssen, auch wenn diese weitaus kompetenter sind als sie selbst.

Ursachen

Das der Dunning-Kruger-Effekt im Bereich der Waffenkunde besonders häufig auftritt hat unter anderem folgende Ursachen:

  • Wissen der Durchschnittsbevölkerung: In Deutschland gehört Waffenkunde nicht zum Allgemeinwissen. Jemand der sich auch nur wenig mit dem Thema beschäftigt, verfügt schnell über mehr Ahnung als der Durchschnitt. Dies führt oft zu der fälschlichen Annahme man sei besonders bewandert.
  • Zu wenig ehrliches Fachpersonal: In Deutschland gibt es nur wenig Fachpersonal wie Büchsenmacher. Zudem treten diese meist in der Form eines Dienstleister auf, welche dem Kunden gegenüber stets freundlich gegenüber auftreten. Dieser seltene Kontakt und die verzeihende Art erweckt in machen den Eindruck, sie hätten Ahnung vom Thema.
  • Zu wenige echte Experten: Echte Experten im Bereich Waffenkunde sind leider rar gesägt. So gibt es nur eine Handvoll Militärhistoriker mit dem Schwerpunkt Handfeuerwaffen in Deutschland. Ein Kontakt kommt so gut wie nie zustande. Dies erweckt in vom Gunning-Kruger-Effekt Betroffenen den Eindruck sie seien die Experten.
  • Hören Sagen: Auch wenn Waffenkunde nicht zur hiesigen Allgemeinbildung gehört, so gibt es doch eine gewisse Masse an Binsenweisheiten, Gerüchten und Mythen im Bereich Waffenkunde. Diese werden zwar immer wieder wiederholt aber entsprechen nicht immer den Tatsachen. Oft werden vor allem die Mythen von Gunning-Kruger-Effekt Betroffenen regelrecht aufgesogen und bei jeder Gelegenheit noch mal wiederholt.
  • Etwas schriftliches: Leider herrscht, vor allem in deutschen Kulturraum, oft eine blindes Vertrauen in Schriftstücke. So halten sich Gunning-Kruger Betroffene nach einer bestandenen Waffensachkunde Prüfung oft für ausgebildete Experten. Das man in der WSK nur das nötigste lernt, um sich und andere nicht zu verletzen und keine Gesetzte zu übertraten, wird von Betroffenen meist zu einer Art Abschluss umgedeutet.
  • Eigene Waffe: Jeder Schütze sollte sich so gut wie möglich mit seiner Waffe vertraut machen. Jedoch kommt es bei Gunning-Kruger Betroffenen vor, dass diese alleine den Besitz und den Umgang mit der Waffe dafür als ausreichend betrachten. Sie unterliegen dem Irrglauben, dadurch automatisch alles über diese Waffe und auch ähnliche Modelle zu wissen.
  • Eingeschränkter Fachbereich: Selbst Fachpersonal ist vor dem Gunning-Kruger-Effekt nicht sicher. Dies rührt vor allem daher, dass die meisten Fachleute nur in einem kleinen Bereich der Waffentechnik arbeiten. Oft werden richtige Erkenntnisse aus dem eigenen Fachbereich in einen anderen fremden Fachbereich projiziert, welche dort aber nicht mehr der Realität entsprechen.
  • Das Fachbüchersterben: Leider ist das Fachbuch in Deutschland ein immer weiter an den Rand gerenktes Medium. In anderen Ländern ist zwar ähnliches zu beobachten, jedoch konnten im deutschsprachigen Raum keine zuverlässigen Online Angebote nachwachsen. Gunning-Kruger Betroffene besitzen meist kein einziges wirkliches Fachbuch zum Thema Waffenkunde.
  • Schlechte Online Angebote: Im deutschsprachigen Raum sind wirklich seriöse Online Angebote zum Thema Waffenkunde rar gesät und aus diesen Grund informieren sich Gunning-Kruger Betroffene oft auf dubiosen Internetseiten, welche nicht die nötiger Sorgfalt an den Tag legen. Eine besonders schlimme Ausprägung dieses Effektes, in Verbindung mit dem Fachbüchersterben, ist bei jungen Leuten zu beobachten. Da bei ihnen der naive Glaube Vorherrscht, das alle wichtigen Informationen Online verfügbar sein.
  • Englische Quellen trotz mangelnder Sprachkenntnisse: Da es an deutschen Medien Angeboten zum Thema Waffenkunde mangelt, gehen viele her und konsumieren stattdessen anderssprachige Quellen, vor allem englische. Bei Gunning-Kruger Betroffenen sieht man dabei jedoch oft, dass ihre Kenntnisse der englischen Sprache nicht ausreicht, um ein hinreichendes Verständnis der Texte und Videos zu gewährleisten. Betroffene geben deswegen die aufgenommenen Informationen falsch wieder.
  • Filme und Videospiele: Aus Gründen der Dramatik bei Spielfilmen und Serien sowie aus Gründen der Fairness bei Computer- und Videospielen, werden oft Waffentechnische Sachverhalte falsch dargestellt. Gunning-Kruger betroffene halten diese falsches Sachverhalte jedoch für wahr und geben diese als angeblich fundiertes Waffenkundewisse wieder.
  • Schlecht übersetzte Dokus: Seit den frühen 2000er Jahren schwappten immer mehr, vor allem US Amerikanische, Dokumentationen zum Thema Waffenkunde in den deutschsprachigen Raum. Bei diesen handelt es sich oft um eine Form der weichen Propaganda wo US Waffen entweder glorifiziert oder stark kritisiert werden, um die US Bevölkerung zur Befürwortung eines höheren Militär Budgets zu bewegen. Zudem werden diese Dokumentationen oft mit einem geringen Budget und von nicht Fachpersonal ins Deutsche übersetzt und enthalten aus diesem Grund oft Fehler. Gunning-Kruger Betroffene saugen diese Informationen jedoch unreflektiert auf und halten sie für fundiertes Wissen aus seriösen Quellen.


Typische Aussagen

  • Revolver sind keine Pistolen: Eine typische Behauptung verursacht durch einen Fehler in der Waffensachkundeprüfung wo nach dem Unterschied von Pistole und Revolver gefragt wird, wo eigentlich hätte Selbstladepistole stehen müssen. Oft bedeuten Gunning-Kruger Betroffene eine Pistole hätte immer ein Magazin und sprechen damit zb. der Steinschlosspistole ab eine Pistole zu sein.
  • Pistolen sind Handfeuerwaffen: Die Aussage ist nicht ganz falsch, jedoch umfasst Handfeuerwaffe alle Waffen die von einem Schützen Transportiert und bedient werden können. Der richtige Begriff für Pistolen lautet Fausfeuerwaffe. Dieser Fehler geht auf einen Übersetzungsfehler im Film Dirty Harry zurück, in welcher dieser seine .44 Magnum als 'stärkste Handfeuerwaffe der Welt' bezeichnet. Was faktisch falsch ist, da auch Panzerbüchsen und Maschinengewehre zu den Handfeuerwaffen zählen.
  • K98 war die Standardwaffe der Wehrmacht: Eine typische Verwechslung von deutschen Kar98k und dem polnischen K98. Zustand kommt diese Verwechslung das viele Hersteller von Dekowaffen, Softairwaffen sowie Programmierer von Videospielen den Mauser Karabiner 98 kurz mit K98 abkürzen um Lizenzforderungen von Seiten Mauser vorzubeugen.
  • Der Kar98k ist die kurze Version vom K98: Bereits unter Militärhistorikern eine Art Scherzfrage. Wird diese These von vielen Gunning-Kruger Betroffenen immer noch vertreten. Sie Übersehen dabei jedoch, dass es sich beim K98 um ein polnisches Karabiner Modell handelt und beim Kar98k um ein deutsches. Dessen Längen sich nicht aufeinander beziehen. Der Kar98k ist zudem weder kurz noch ein Karabiner sondern ein Universalgewehr und damit länger als der K98.
  • MP44 und Stg.44 sind unterschiedlich: Nein, beide Waffen sind per Definition gleich. Oft wird zwar behauptet, die MP44 sei eine Maschinenpistole aber dies entspricht nicht den technischen Tatsachen. Vielmehr war MP44 einen Tarnbezeichnung, um das weiterbestehen des Maschinenkarabiner Projektes vor Hitler zu verschleiern. Später wurde die MP44 in Stg.44 umbenannt, ohne das verbriefte Änderungen vorgenommen wurden. Die Behauptung kommt oft von einer Verwechslung mit der MP40 oder von dem blinden glauben an die Abkürzung MP.
  • AK-47 ist die Standardwaffe der Russen: Damit folgen Gunning-Kruger Betroffene einer typische Vereinfachung der US Streitkräfte in welcher AK-47, AKM und weitere Kalaschnikow Modelle in 7,62x39mm M43 zusammen als AK-47 bezeichnet werden. Aber auch in diesem Sprachgebrauch ist die Aussage falsch, da die russischen Streitkräfte seit 1991 das AK-74M in 5,45x39mm M74 als Hauptordonanzwaffe tragen.
  • Das AK-47 ist eine Kopie des Stg.44: Eine vor allem deswegen weit verbreitete Aussage, weil für den Unkundigen beide Modelle von außen ähnlich aussehen. Jedoch existieren kaum technische Ähnlichkeiten. Zudem wird verbreitet, dass das Stg.44 den Anstoß zur Entwicklung des AK-47 gegeben haben soll, dies war jedoch nachweislich der MKb.42 (h) in der Schlacht um Chlom.
  • Die AK-47 ist eine Maschinenpistole: Nein, die AK-47 feuert keine Pistolenpatronen und ist daher ein Sturmgewehr. Der Fehler kommt daher, dass die DDR die der AK-47 ähnliche MPi-K als Maschinenpistole bezeichnete, da das Wort 'Sturmgewehr' im Sprachgebrauch der DDR nicht vorkam.
  • Die AK-47 ist die meist gebaute Waffe der Welt: Nein, die AK-47 wurde in keinen besonders großen Stückzahlen gefertigt. Auch wenn man die Nomenklatur AK-47, wie im Sprachgebrauch der US Armee, auf alle Modelle mit Kalaschnikov System ausweitet, so wurden weltweit mehr Waffen mit dem Mauser 98 System gefertigt.
  • Die AK-47 ist unempfindlich gegenüber Schlamm: Nein, aktuelle Test haben bewiesen, dass vor allem zementartiger Schlamm bereits bei einem der ersten Schüsse vom Verschlussträger direkt in die Aussparungen des Schildzapfen fallen kann, was ein verriegeln der Waffe verhindert.
  • Die AK-47 ist billig: Auch das ich nur eingeschränkt richtig. Denn auf die eigentliche AK-47 trifft dies in keinster Weise zu. Erst die AKM konnte günstig produziert werden und das auch nur wenn Produktionsanlagen von ausreichender Größe errichtet und eine gewisse Mindestanzahl an Modellen produziert wurde. In geringen Stückzahlen ist die AKM sehr teuer. Das Gerückt kommt daher, dass nach dem Zusammenbruch des Ostblocks große Mengen von AKM und AK.47 den Markt überschwemmten und zu günstigen Preisen zu haben waren. Dies hat jedoch nichts mit den ursprünglichen Produktionskosten zu tun.
  • Die AK-47 ist unpräzise: Auch das ist nur teilweise richtig und rührt daher, da AK-47 und AKM nicht Fabrikmäßig eingeschossen werden. Dies wird erst vom Soldaten selber oder von speziell ausgebildetem Personal nach Erhalt der Waffen vorgenommen. Der erste Kontakt des Westens mit der AK-47 fand jedoch in Form von Guerillakämpfen mit nichtstaatlichen Akteuren statt. Diese waren oft nicht in der Lage die Waffen entsprechen einzuschießen. Dem entsprechend war der erste Eindruck der AK-47 im Westen.
  • Die NVA hatte das AK-47 und AKM: Nein, die NVA hatte die MPi-K und MPi-KM. Diese sind AK-47 und AKM zwar ähnlich jedoch nicht identisch.
  • AK-47 und AK-74 sind gleich: Nein, die AK-74 verwendet eine andere Patrone (5,45x39mm M74) und weist weitere entscheidende Merkmale auf.
  • Es gibt eine AK-74U: Nein, es gibt zwar eine AKS-74U die AK-74U ist eine Erfindung des Softair Herstellers Tokyo Marui dieser vertreib ein Modell welches eine Mischung aus AKS-74U und AK-47 darstellt, welche in der Realität nicht existiert. Da viele Videospielprogrammierer was Anschauungsobjekte angeht, lieber zu Softairmodellen greifen, hat es diese fiktive Waffe in einige Videospiele geschafft.
  • Die AK-47 würde für 7,62x39mm M43 entwickelt: Nein, die Entwicklung der AK-47 begann für die Patrone 7,62x41mm, verwirrender Weise auch M43 genannt. Erst als Die Waffe so gut wie fertig war, wurde die Patrone um 2mm gekürzt und die AK-47 entsprechend für 7,62x39mm M43 angepasst.
  • Es gibt verschiedene Kaliber .50: Nein, Kaliber .50 ist eine Maßangabe wie 1 Zentimeter. Es gibt keine verschieden lange 1 Zentimeter. Es gibt nur verschiedene Patronen mit einem .50 Kaliber Geschoss aber das Kaliber bleibt gleich.
  • 7,62x39mm M43 hat mehr Druchschlagkraft als 5,45x39mm M74: Nein, hier wird Durchschlagkraft mit Stoppwirkung verwechselt. 5,45x39mm hat ein kleineres schnelleres Geschoss und damit eine bessere Chance ein Ziel oder dessen Panzerung zu durchschlagen. 7,62x39mm M43 hat hingegen durch das langsamere schwere Geschoss eine größere Chance das Ziel zu stoppen. Oft wird Druchschlagkraft als Synonym für die allgemeien Leistung benutzt und von Gunning-Kruger Betriffenen sogar als Synonym für Stoppwirkung, obwohl es sich um das Gegenteil von Durchschlagkraft handelt.
  • 5,56x45mm NATO und .223 Remington sind identisch: Eine weitere Falschaussage, welche sich vor allem darauf stützt, dass beide Patronen auf dem deutschen Munitionserwerbsschein gleich gesetzte werden. In der Realität jedoch handelt es sich um zwei unterschiedliche Patronen und das verschießen von .223 Remington aus einer 5,56x45mm NATO Büchse kann zu Problemen führen und umgekehrt.
  • 7,62x51mm NATO und .308 Winchester sind identisch: Ähnlich wie auch bei 5,56x45mm NATO und .223 Remington kommt der Mythos vom MES. In der Realität sind beide Patronen unterschiedlich und das verschießen von .308 Winchster aus einer 7,62x51mm NATO Büchse kann zu Problemen führen und umgekehrt.
  • Das G3 kann im Notfall AK-47 Munition verschießen: Ein altes Soldaten Gerücht aus den Tagen des kalten Krieges. beide Waffen besitzen zwar das Kaliber 7,62mm jedoch unterschiedliche Patronen. Beim G3 7,62x51mm NATO und beim AK-47 7,62x39mm M43. Die Patronenlager der beiden Waffen sind zu unterschiedlich geformt, dass ein Abschuss der jeweils anderen Patrone möglich wäre.
  • Das AR-15 ist halbautomatisch: Nein, das ursprüngliche AR-15 wurde von der Firma ArmaLite aus der AR-10 entwickelt. Erst später wurde von Colt mit der AR-15 Sporter eine zivile Selbstladebüchse auf den Markt gebracht. Heute befinden sich jedoch so viele Waffen mit AR-15 System auf dem Markt, dass man diese vereinfacht AR-15 nennt, obwohl man Waffen mit AR-15 System sagen müsste.
  • Das AR-15 wurde für .223 Remington entwickelt: Nein, die erste AR-15 war für die .222 Remington eingerichtet, diese Patrone wurde jedoch von ArmaLite angespannt und als .222 Special bezeichnet. Erst eine noch weiter geänderte Version der Patrone erhielt den Namen .223 Remington.
  • Das M16 war schlecht in Vietnam: Die Probleme des M16 lassen sich eher auf unpassendes Treibmittel, fehlendes Putzzeug und eine mangelnde Kommunikation zwischen Solat, Führung und Colt zurückführen. Trotzdem halten sich die Gerüchte von damals bis heute und werden von Gunning-Kruger Betroffenen bei jeder Gelegenheit wiederholt.
  • Das M16 wurde von der US Armee in Vietnam eingeführt: Eigentlich wurde das M16 nur von der US Luftwaffe offiziell eingeführt. Die Armee folge erst später mit dem XM16E1. Auch stimmt das Gerücht nicht, dass die US Amree mit dem M14 nach Vietnam kam und dieses, wegen den schlechten Erfahrungen austauschte. Nur die US Marines waren zu Beginn noch mit M14 ausgerüstst, das Groß der US Armee hatte bereits das XM16E1. Erst als immer mehr US Truppen nach Vietnam kamen und die Produktion vom M16A1 nicht mithielt, wurden erneut M14 ausgegeben.
  • Alle kurzen AR-15 sind M4:Nein, US M4 Carbine eine eine Spezifikation mit einem genau 14,5 Zoll langem Lauf mit Einschlitt für das M203 Granatgerät und anderen fest gesetzten Eigenschaften. Ein wechsel des Laufes oder einer anderen wichtigen Komponenten verletzten die Spezifikation und es handelt sich nicht mehr um einen M4 Carbine. Die Benutzung der Nomenklatur M4 für alle möglichen kurzen Waffen mit AR-15 System kommt vor allem aus der Videospielkultur.
  • Es gibt M4, M4A1, M4A2, M4A3 und M4A4: Nein, es gibt neben den M4 nur den M4A1. Dieser kann vollautomatisches Feuer abgeben anstelle des mechanisierten Feuerstoßes. M4A2, M4A3 und M4A4 sind Erfindungen des Videospiels Counterstrike.
  • Der M4 Karabiner wurde im Vietnamkrieg erfunden: Nein, der M4 Stammt von 1991. Es gab keine Karabiner auf Ar-15 Basis in Vietnam. Nur die SMG und Commando Versionen wie XM177E1,oder GAU-5A/A. Oft halten Gunning-Kruger Betroffene alle kurzen AR-15 Modelle für M4 Karabiner.
  • Es gab Reflexvisiere im zweiten Weltkrieg: Es gab erste Reflexvisiere zur Zeit des zeiten Weltkrieges. Jedoch wurden sie nicht benutzt, da diese das Sonnenlicht als Qualle nutzen und bereits bei Bewölkung unbrauchbar wurden. Gestreut wurde das Gerücht durch unhistorische Videospiele.
  • Es gab Holovisiere im zweiten Weltkrieg: Das ist unmöglich da die Holografie erst nach dem zweiten Weltkrieg erfunden wird. Ebenfalls ein Produkt von ahistorischen Videospielen.
  • Alle Visiere mit mittlere Vergrößerung sind ACOGs: Nein, die ACOGs sind Visiere einer bestimmten Produktlinie der Firma Trijicon. Dieser Fehler kommt ebenfalls aus Videospielen, wo alle Optiken dieser und ähnlicher Art oft einfach ACOG, ohne weitere Modellbezeichnung, genannt werden.
  • Es gibt halbautomatische Sturmgewehre: Ein faktischer Fehler, da Sturmgewehre per Definition Dauerfeuer fähig sein müssen. Diese Fehleinschätzung kommt aus den US Medien, wo Waffengegner Selbstladebüchsen polemisch als Assault Rilfes (dt. Sturmgewehre) bezeichnen, um einen vermeintlich militärischen Charakter zu implizieren.


Viele dieser typischen Aussagen kommen oft in Büchsenmacherbullshitbingos vor.