Dum-Dum-Geschoss

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Als in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts das Schwarzpulver vom Nitrocellulosepulver als neues Treibladungsmittel abgelöst wurde, musste man mit der höheren Geschossgeschwindigkeit auch neue Geschosse entwickeln, da die einfachen Bleigeschosse nicht mehr präzise genug im Büchsenlauf geführt wurden, da sie über die Felder eines gezogenen Laufes einfach hinweg rutschten und nicht in Rotation versetzt werden konnten. Dies äußerte sich durch unpräzise, taumelnde und sich überschlagende Geschosse. Damit war ein gezielter Schuss nicht mehr möglich. Gerade im militärischen Bereich ein Desaster.

Als Lösung wurden die Bleigeschosse ummantelt. Diese Vollmantelgeschosse wiederum hatten den Nachteil, den militärischen Gegner glatt zu durchschlagen, teilweise ohne tödliche Verletzungen hervorzurufen. Das entsprach nicht den Wünschen der damaligen Militärs. Englische Soldaten kamen dann auf die Idee, die Geschossspitzen ihrer Patronen abzufeilen und damit den Bleikern freizulegen. Das hatte schwerste Wunden zur Folge, weil das Projektil im Ziel stark aufpilzte.

Namensgeber der sogenannten Dum-Dum-Geschosse, ist die Indische Stadt Dumm-Dumm, in der Nähe Kalkuttas. Im Jahre 1885 wurde in der dort ansässigen Munitionsfabrik auf Wunsch des englischen Militärs eine Patrone mit Teilmantel produziert, das die gleiche Wirkung im Ziel hervorrief, wie die selbstgefeilten Patronen der Soldaten. So wurde eine Stadt Namensgeber für Geschosse, die im Ziel stark deformieren und somit eine höhere Stoppwirkung erreichen. Bald galt diese Geschossart als inhuman, weil die Verletzungen verheerend waren.

Auf der Haager Friedenskonferenz 1899, beantragte Russland das Verbot solcher Geschosse. Der Antrag wurde gegen die Stimmen Englands und den USA angenommen. Die militärische Nutzung von solchen Deformationsgeschossen ist bis heute geächtet und gilt als Kriegsverbrechen.

Häufig wir der Begriff fälschlicherweise auch für Hohlspitzmunition verwendet.