Doppelkaliber

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Eine Doppelkaliberangabe wie .56-.46 bezieht sich einmal auf das Ursprungskaliber (Nennkaliber) und einmal auf das eingezogene Kaliber (ebenfalls ein Nennkaliber). Also Praktisch auf den ungefähren Durchmesser der Hülse und den Durchmesser des Geschosses.

In der Zeit, als die ersten Zentralfeuereinheitspatronen auf den Markt kamen, kannte man praktisch nur zylindrische grandwandige Hülsen. Mit dem Aufkommen von rauchlosem Nitropulver wurden erstmal kleinere Kaliber möglich, da das neue Treibmittel nahezu rückstandslos verbrannte und nicht wie bei Schwarzpulver den Lauf stark zusetzte. Dies nutzen die damaligen Büchsenmacher aus, um das Kaliber ihrer Waffen zu verkleinern. Im gleichen Zuge kam es zur Entwicklung der ersten Flaschenhalshülsen. Diese hatten den Vorteil, dass sich bei gleicher Hülsenlänge mehr Treibladung darin unterbringen ließ, als in einer gradwandigen Hülse gleichen Kalibers. Zudem konnten vorhandene Hülsen eingezogen werden, was vor allem einen ökonomischen Vorteilt bot, da Hülsen damals noch sehr teuer waren.

Die ersten Flaschenhalshülsen waren also meist eingezogene vorhandene gradwandige Hülsen. Namestechnisch behielten diese Hülsen ihr ursprüngliches Kaliber zb. .56 (0,56 Inch) bei. Nur wurde zudem noch das neue kleinere eingezogene Kaliber mit in die Benennung aufgenommen und nach einem Minus dahintergestellt zb. .56-.46.

Von Kaliber-Pulver und Kaliber-Pulver-Geschossgewicht Benennungen wie .45-70 oder .30-30 unterscheidet sich eine Doppelkaliberangabe durch den Punkt beim eingezogenen Kaliber. Die Patrone .56-.45 wäre also eine 0,56 Inch Patrone, dessen Mund so eingezogen wurde, dass dieser ein 0,46 Inch Geschoss aufnehmen kann. Eine .56-46 hingegen wäre eine Patrone mit 0,56 Inch Geschoss und 46 Grain Pulverladung.

Selten findet man auch Mischbenennungen wie .56-.46-80-330 welche ursprungs Kaliber, eingezogenes Kaliber, Pulver in Grain und Geschossgewicht in Grain enthalten.

Quelle