Airsoft

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Airsoft ist ein Geländespiel, wird aber oft auch in Gebäuden (CQB, Close Quarter Battle) gespielt. Anders als bei Paintball wird bei Airsoft ohne Farbmunition gespielt. Stattdessen werden Kunststoffkugeln mit einem Durchmesser von 6 mm verwendet, die per Federdruckluft, Flongas oder Elektromechanisch auf eine Geschwindigkeit von ca. 80-150 m/s beschleunigt werden. Eine ASG (Airsoftgun) sieht wie eine real existierende Waffe aus und höherwertigere Modelle wiegen auch etwa gleich viel.

Viele in Deutschland schreiben "Softair" oder "Soft Air", was jedoch seit langem veraltet ist. Richtig ist Airsoft, auch wenn im Behördenjargon von "Softair" die Rede ist.


In Deutschland sind Airsoft-Waffen nicht WBK-(Waffenbesitzkarten)-pflichtig. Nach dem Gesetz gibt es drei Kategorien von Airsoftwaffen:

  1. Waffen mit einer Geschossenergie kleiner als 0,08 Joule fallen nicht unter das Waffengesetz und gelten als Spielzeug.
    Sie dürfen überall benutzt werden, da sie nicht mit echten Waffen verwechselt werden können.
  2. Waffen mit einer Geschossenergie zwischen 0,09 und 0,49 Joule fallen ebenfalls nicht unter das Waffengesetz, mit Ausnahme, des §42a, das das führen von Anscheinswaffen verbietet.
    Das Führen und schießen, ist nur innerhalb der Wohnung oder eines umfriedeten Grundstücks erlaubt. (wenn nicht das eigene, dann mit Zustimmung, des Inhabers, des Hausrechts.)
    Der Kauf und Besitz dieser Waffen ist auch Personen unter 18 Jahren gestattet. Aber JSM und VDB empfehlen ein Abgabealter von 14 Jahren, das von den meisten Händlern auch eingehalten wird.
  3. Waffen mit einer Geschossenergie zwischen 0,5 und 7,5 Joule sind freie Waffen und müssen mit einem F im Fünfeck gekennzeichnet sein.
    Das Führen und schießen, ist nur innerhalb der Wohnung oder eines befriedeten Grundstücks erlaubt, wenn sicher gestellt ist, das das Geschoss, das Grundstück nicht verlassen kann! (wenn nicht das eigene, dann mit Zustimmung, des Inhabers, des Hausrechts.)
    Der Kauf und Besitz dieser Waffen ist nur Personen ab 18 Jahren erlaubt.


In Österreich und der Schweiz sind Airsoft-Waffen frei erhältlich, es besteht auch keine Markierungspflicht.

Geschichte

Die eigentliche Geschichte des Airsoft-Sports beginnt in Japan nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Waffen waren für den Normalbürger verboten, so dass sich findige Unternehmer eine Alternative für ihre waffenbegeisterte Klientel einfallen ließen. Die Airsoft-Waffe war geboren und trat ihren Siegeszug um die ganze Welt an.

In den meisten Ländern gelten Airsoft-Waffen als Spielzeug. Ausnahme bildet hier die Bundesrepublik Deutschland, da hier Airsoft-Waffen bis zum Jahr 2003 nur in Form von Pistolen erlaubt waren. 2003 änderte sich durch eine Gesetzesänderung die Situation, da nun auch Nachbauten von militärischen Langwaffen erlaubt wurden, die aber für den deutschen Markt speziell umgerüstet werden müssen, so dass nur semi-automatisch (Einzelschuss) und nicht wie normalerweise üblich auch vollautomatisch (Dauerfeuer) geschossen werden kann...

Im Juli 2004 änderte sich das Gesetz erneut. Ab sofort war alles, egal ob einzel- oder vollatomatisches Feuer was weniger als 0,5 Joule Geschossenergie hat frei ab 14 Jahren und es ist kein F im Fünfeck (Prüfzeichen für freie Waffen in Deutschland) mehr erforderlich. Für alles mit mehr als 0,5 Joule hat sich jedoch nichts geändert: Weiterhin nur Einzelfeuer, F-im-Fünfeck erforderlich und ab 18 Jahren frei erhältlich sowie Führen theoretisch nur mit Waffenschein erlaubt. Da dieser aber nur aufgrund eines nachzuweisenden Bedürfnisses ausgestellt wird und für ASGs kein Bedürfnis besteht, ist das Führen von ab-18-ASGs praktisch unmöglich.

Durch das neue Gesetz in Bezug auf Softairs mit weniger als 0,5 Joule ist auch das Importieren solcher nun als "Spielzeuge" geltender Softairs aus Ländern, in welchen kein Prüfzeichen nötig ist erlaubt.

Technik

Durch Spannen einer Feder (manuell oder per Motor und Getriebe), die mit einem Kolben verbunden ist, schnellt dieser Kolben nach betätigen des Abzugs nach vorne und beschleunigt das Projektil aus der ASG.

Arten von Airsoft-Waffen

AEG (Automatic Electric Gun)
Die am weitesten verbreiteten Airsofts sind AEGs. Hierbei handelt es sich um elektrisch angetriebene Airsoftwaffen, bei denen über einen Akku ein Elektromotor angetrieben wird, und dieser über ein Getriebe einen Kolben spannt. Sie bestehen im Inneren aus einer sogenannten Gearbox und einem Motor, welcher von einem Akku mit Strom versorgt wird. Die bekanntesten Sturmgewehre gibt es meist auch als AEG, wobei M16, M4 und MP5 am verbreitetsten sind.
SAEG (Semi-Automatic Electric Gun)
Eine SAEG ist eigentlich eine AEG, das "S" steht für Semi um darauf hinzudeuten, das diese Airsoft-Waffe nur im Semi Modus schießen kann. Der Ursprung dieser Abkürzung ist Deutschland, weil in Deutschland nur Semi-Airsoft-Waffen erlaubt sind, es sein denn sie haben eine Energie von unter 0,5 Joule.
EBB (Electric Blow Back)
ist die Pistolenvariante der AEG. Allerdings ist diese eher ein Spielzeug, als eine skirmtaugliche Waffe. Es ist einfach nicht genug Platz im Inneren der Pistolen vorhanden, um einen starken Motor und Batterien unterzubringen.
GBB (Gas Blow Back)
Diese Airsoft-Waffen funktionieren mit Gas als Treibmittel. Durch Betätigen des Abzuges wird die Kugel mit dem Gasdruck beschleunigt und der Schlitten repetiert wie bei einer echten Waffe. Der Schlitten fährt wie bei einer echten Pistole bei jedem Schuss nach hinten und lädt, wenn er sich wieder in die Ausgansposition zurückbewegt, die neue Kugel nach. Es gibt auch einige Maschinenpistolen (z.B. M11, MP5K) unter den Gas-Airsofts, allerdings sind sie recht selten. Leider sind die Gase die zum Betrieb von Airsoft Waffen geeignet sind, meist gar nicht oder nur sehr bedingt Wintertauglich.
NBB (Non Blow Back)
Diese Airsoft-Waffen funktionieren wie die o. g. GBBs, nur ohne repetieren des Schlittens.Leider sind die Gase die zum Betrieb von Airsoft Waffen geeignet sind, meist gar nicht oder nur sehr bedingt Wintertauglich.
Spring
Bei dieser Art wird durch Körperkraft eine Feder gespannt, die das Projektil durch den Lauf befördert. Die billigsten Airsofts. Für jeden Schuss muss die Waffe von Hand repetiert werden. Die Preise reichen von 15-40 EUR für die Pistolen, bis hin zu 200+ EUR für Sturmgewehre und Scharfschützengewehre.
AEP (Automatic Electric Pistol)
Hierbei handelt es sich um eine neue Entwicklung aus dem Hause Tokyo Marui. Die AEPs sind Pistolen (oder bald auch Sub Machine Guns) die mit einer Gearbox ähnlich einer normalen AEG ausgerüstet sind. Dadurch lässt sich im Gegensatz zu den EBBs eine viel höhere Schussenergie erzeugen, aber leider muss auf den BlowBack Effekt verzichtet werden, da im Schlitten der Akku untergebracht ist. Im Moment sind nur zwei AEPs auf dem Markt: eine Glock18c und eine M93R. Geplant sind von Seiten von TM einige SMGs wie z.b. MP7, MAC11 und TMP. Kritiker des Systems sagen, dass BlowBack Effekt einfach zu einer Airsoft Pistole gehört. Es steht fest, dass die AEPs rein zum Airsoft spielen gedacht sind und hier auch einige Vorteile gegenüber GBBs haben wie z.b. Wintertauglichkeit, Kosten (kein Gas Kauf nötig) und die Umweltfreundlichkeit.

Verwendung

Wie bereits angedeutet, werden mit ASGs meist militärische Situationen nachgestellt, wobei sich zwei oder mehr Teams gegenüberstehen und nach vorher festgelegten Regeln bestimmte Aufgaben zu bewältigen haben (Fahnenklauen). In Japan werden ASGs auch für Wettkämpfe, bei denen auf Zielscheiben geschossen wird, eingesetzt. (IPSC)

Mittlerweile haben sich auch in Deutschland einige User des Forums für freie Waffen, Co2Air.de, zusammengeschlossen und führen regelmäßig Airsoft-IPSC-Treffen durch. Airsoft IPSC.


Spielen in der BRD

Im Gegensatz zu Paintball ist das Spielen mit Airsoft Waffen (gegenseitiges beschießen) rechtlich noch nicht geklärt, da es noch zu keinem Gerichtsurteil kam. Zum Spielen ist ein befridetes Grundstück von Nöten, genau so wie die Erlaubnis des Eigentümers (Hausrecht). Werden Waffen mit einer Geschossenergie mit mehr als 0,5 Joule eingesetzt, muß sicher gestellt sein, daß das Geschoss das Grundstück nicht verlassen kann! Es ist ebenfalls von Vorteil, die Nachbarn und die Polizei zu informieren, damit nicht ein SEK anrückt. Aufgrund der schon oben genannten Auflagen, bürden sich die meisten professionelen Airsoft spieler die Fahrt in die Nachbarstaaten wie Österreich, Frankreich, Italien oder Tschechien auf. Inzwischen existieren schon Unternehmen die speziell solche Fahrten mit Bussen organisieren (s. Links).


WaffG

  • § 12 (3) 2 : Einer Erlaubnis zum Führen von Waffen bedarf nicht ...
  • § 12 (4) 1a: Einer Erlaubnis zum Schießen mit einer Schusswaffe bedarf nicht ...
  • § 42a (1) 1: Es ist verboten Anscheinswaffen zu führen.
  • § 42a (2) 2: Absatz 1 gilt nicht für den Transport in einem verschlossenen Behältnis.
  • Anlage 1, Abschnitt 1, Unterabschnitt 1, 1.6.1: Anscheinswaffen sind ...
  • Anlage 2, Abschnitt 2, Unterabschnitt 2, 1.1 : Erlaubnisfreier Erwerb und Besitz
  • Anlage 2, Abschnitt 3, 1. : Vom Gesetz mit Ausnahme des § 42a ausgenommene Waffen

Waffenrecht (Bayern): Keine Anscheinswaffen sind ...


Links


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Die erste Version dieses Artikels basiert auf dem Artikel Airsoft aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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