AKM

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Die AKM ist ein sowjetisches Sturmgewehr welches ab 1959 in großen Stückzahlen produziert wurde. Sie ist eine Weiterentwicklung der AK und im Gegensatz zu dieser leichter, günstiger in der Produktion und für gezieltes Dauerfeuer optimiert. Die Sowjetunion vergab Pläne und Lizenzen für den Bau der Waffe an zahlreiche Länder, dadurch ist die AKM mit ihren ausländischen Versionen eine der verbreitetsten Waffen der Welt.

Geschichte

Da die Produktionsweise der AK mit der AK-49 vom ursprünglich angedachten Blechverformungsverfahren auf ein kostspieliges Fräseverfahren umgestellt werden musste, arbeitete man an einer Lösung für das Problem.

Ende der strategischen Trinität

Die Sowjetarmee hatte ursprünglich geplant für die Patrone 7,62 x 41 mm M43 drei Waffen in Dienst zu stellen.

  • Einen Selbstladekarabiner, den SKS
  • Ein leichtes Maschinengewehr, das RPD
  • Einen Avtomaten/ein Sturmgewehr, die AK

Dabei sollte das Groß der Soldaten standardmäßig mit dem Selbstladegewehr ausgerüstet werden, wobei die Hauptfeuerkraft dem LMG überlassen wurde. Der Avtomat sollte vor allem bei motorisierter Infanterie (aufgesessen auf LKWs) und mechanisierter Infanterie (aufgesessen auf Schützenpanzer) eingesetzt werden. Nach dem Absitzen, sollten die vorrückenden Soldaten aus dem Hüftanschlag sich selbst Deckungsfeuer geben und erst dann auf gezielten Einzelfeuer aus der Schulter wechseln, wenn einzelne Ziele ausgemacht werden konnten.

Was sich für dieses Konzept jedoch als fatal herausstellte, war die Kürzung der Patronenhülse der Patrone M43 von 41mm auf 39mm. Durch die geringere Leistung verloren SKS und vor allem das RPD an wichtiger Reichweite. So hatte der SKS nur noch einen geringen Reichweiten- und Präzisionsvorteil gegenüber der AK.

Die Ein-System Übergangslösung

Die Hülsenkürzung hatte jedoch nicht nur Nachteile. Die AK, welche mit der 41mm Hülse im automatischen Feuer aus der Schulter schwer zu kontrollieren war, konnte mit der 39mm zumindest kurze gezielte Feuerstöße abgeben. Aus diesem Grund, entschied sich die Sowjetarmee das neue Waffensystem um die AK herum neu zu organisieren.

Jeder Soldat sollte nun mit der AK ausgerüstet werden. Um jedem Trupp etwas mehr Feuerkraft zu verleihen, wurde mit dem RPK ein leichtes Maschinengewehr auf Basis der AK geschaffen. Zudem versuchte man ausgesuchte SKS Karabiner mit Zielfernrohren auszurüsten und als Zielfernrohrgewehre zu verwenden, was jedoch nicht funktionierte.

Entwicklung der AKM und Unterschiede zur AK

Um der neuen strategischen Rolle gerecht zu werden, wurde die AK verbessert und zur AKM weiterentwickelt, die meisten Änderungen verbessern die Stabilität bei gezielten kurzen Feuerstößen.

  • Der Schaft der AKM bildet eine gerade Linie mit dem Lauf, der Hochschlag wird reduziert.
  • Die AKM besitzt eine Hammerbremse im inneren, welche die Kadenz auf 590 Schuss die Minute reduziert.
  • Ab 1972 bekam die AKM zusätzlich einen abgeschrägten Mündungskompensator, vorhandene AKM wurden nachgerüstet.

Weitere Verbesserungen betreffen vor allem die Herstellung, welche vor allem durch einen Rückkehr zum ursprünglich geplanten Blechverformungsverfahren beinhaltete. Im Gegensatz zur AK ist das Gehäuse jedoch nicht zwei teilig, sondern das Blechgehäuse umschließt den Schildzapfen, welcher eingenietet wird. Zudem kommen hinzu:

  • Ein einteiliger Pistolengriff aus Glasfaser verstärktem Kunststoff.
  • Ein neues Gaskolbenführungsrohr ohne Gasentlüftungslöcher.
  • Ein neuer Gasblock mit Seitengewehraufnahme und sternförmigen Gasentlüftungslöchern.
  • Ein schmalerer Kornträger ohne Seitengewehraufnahme.

Mit dem 6H4 wurde zudem ein neues Seitengewehr eingeführt, da man ein Universalkampfmesser für praktikabler hielt, als das 6H2 welches mit seiner Dolchform noch für Massenbajonettangriffe konzipiert war. Die 6H2 Seitengewehre sind an der AKM nicht mehr nutzbar, da die AK am Kornträger verriegelt und nicht am Gasblock, wie die AKM.

Da die AK vorwiegend für motorisierte Infanterie gedacht war, hatte man sie eher für lange Feuerstöße optimiert und weniger auf ein geringen Gewicht geachtet. Da mit der AKM jedoch weniger lange Stöße geschossen werden sollten und die Waffe auch an reguläre Infanterie ausgegeben werden sollte, verbaute man einen leichteren Lauf welcher nun in den Schildzapfenblock eingestiftet wurde und nicht mehr in das Gehäuse geschraubt wurde, wie bei der AK-53.

Datei:Akm nieten und delle.jpg
AKM Nieten und Magazin-Delle

Das schnellste und einfachste Unterscheidungsmerkmal zwischen AK und AKM ist das Blechstahlgehäuse, dieses erkannt man recht einfach an der kleinen Ovalen Delle über dem Magazinschloss und den drei Nieten, welche den Schildzapfen halten.

Die Kalaschnikow Lösung

1959 wurde ein Wettbewerb ausgerufen, um das neue Sturmgewehr für das neue Konzept zu finden. Es traten zwar auch andere Entwickler an aber schließlich gewann die AKM vom Konstruktionsbüro Kalaschnikow. Die Waffe wurde 1959 als AKM mit der GRAU Index Nummer 6P1 offiziell in die Sowjetarmee eingeführt. Um das System strategisch zu vervollständigen wurde noch eine neue Version des RPK geschaffen, welches ebenfalls im Blechprägeverfahren hergestellt wurde, jedoch mit einer Blechstärke von 1,5 mm anstelle von 1 mm bei der AKM und einem massiveren Schildzapfen.

Da das RPK als LMG zwar ausreichte aber als Universal-MG zu schwach war, schuf Michael Kalaschnikow auf Anforderung der Sowjetarmee 1961 das Universalmaschinengewehr PK (1969 zum PKM weiterentwickelt.)

Da die AKM nicht die Reichweite hatte, welche für einige Aufgaben benötigt wurde, suchte die Sowjetarmee ab 1960 nach einem Universalscharfschützengewehr. Kalaschnikow nahm an der Ausschreibung teil, unterlag jedoch gegen den Entwurf von Jewgeni Fjodorowitsch Dragunow dessen SVD 1963 in das strategische System integriert wurde.

Versionen

Die AKM wurde für verschiedene Einsätze unterschiedlichen Versionen gefertigt.

  • AKMS, Version mit Klappschaft
  • AKMN, Version mit Seitenmontage für Optiken
  • AKMSN, Version mit Klappschaft und Seitenmontage für Optiken
  • AKML, Version mit Mündungsfeuerdämpfer für den Nachtkampf
  • AKMP, Version mit Tritiumvisier für den Nachtkampf

Ausländische Varianten

Als ideologische Unterstützung oder zur Beschaffung von Devisen verschenkte oder verkaufte die Sowjetunion Lizenzen und Pläne für die Produktion der AKM an zalhreiche Länder.

  • Ägypten fertigt die Maadi ARM "Misr".
  • Bulgarien fertigt die AKKM.
  • Die DDR fertigte die MPi-KM.
  • Kambotsche fertigt die AKM, ohne Namensänderung.
  • Kuba fertigt die AKM, ohne Namensänderung.
  • Nord Korea fertigt die Typ 68.
  • Polen fertigt die KbK AKM.
  • Rumänien fertigt die Pm md.63, mit Frontgriff.
  • Rumänien fertigt die AIM, für den Export.
  • Ungarn fertigte die AKM-63, mit einem Frontgriff.
  • Ungarn fertige später die AMM, ohne Frontgriff.
  • Vietnam fertigt die, AKM-47.

Eine besondere Rolle nimmt die chinesische Typ 56 ein. Da die Volksrepublik China nie die kompletten Pläne zur Produktion der AKM erhielt, stellt die Typ 56 einen Zwischenschritt zwischen AK und AKM dar.

Oft werden auch das albanische ASh-78, das iranische KLT, algerische Model 89 und das sudanesische MAZ mit zu den AKM Varianten gezählt. Bei diesen Modellen handelt es sich jedoch um Varianten der Typ 56.

Quellen