AK

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AK (AK-53)

Die AK (Avtomat Kalaschnikowa) ist ein sowjetisches Sturmgewehr eingerichtet in 7,62x39 mm M43. Es wurde von Michael Kalaschnikow und seinem Konstruktionsbüro aus dem Prototypen AK-47 entwickelt. Es wurde 1949 offiziell von der Sowjetarmee eingeführt und bis 1959 in drei Versionen produziert. Zudem wurden Lizenzen und Pläne für die Produktion an verbündete Länder ausgegeben.

Technische Daten

  • Kaliber: 7,62x39 mm (Patrone „M43“)
  • Funktionsweise: Gasdrucklader mit gehäusefestem Lauf, starre Verriegelung, Drehkopf-Verschluss
  • Gesamtlänge: 870 mm (645 mm mit eingeklappter Schulterstütze, siehe Modellvarianten)
  • Gewicht: 4,3 kg (ungeladen) / 4,9 kg (geladen)
  • Lauflänge: 415 mm
  • Drall: rechts
  • Lauftyp: gezogener Lauf, vier Züge, Rechtsdrall
  • Magazin: 30 Schuss fassendes, gebogenes Magazin (Standardmagazin)
  • Feuerrate / Kadenz: circa 600 Schuss/Minute
  • Mündungsgeschwindigkeit/V0: ~ 700 m/s
  • Mündungsenergie des Projektils: 1.991 Joule
  • Visierreichweite: 800 m
  • Kampfentfernung: 100 - 800 m
  • Höchstschußweite: 1.500 m
  • Bajonett: Messerbajonett, aufpflanzbar (spätere Modelle)
  • Feuereinstellungen: Gesichert / Dauer- / Einzelfeuer

Hersteller: Fabrik in Ischewsk, verschiedene ausländische Lizenznehmer

Geschichte

Nachdem sein Selbstladegewehr abgelehnt worden war, beschäftigt sich Michael Kalaschnikow mit der Entwicklung eines Sturmgewehrs für die Patrone 7,62x41 mm M43. Seine Zeichnungen für den Avtomat Michtim reicht er bei der Prüfkommission ein und erhielt daraufhin Unterstützung in Form eines eigenen Konstruktionsbüros. Mit dessen Hilfe verwirklichte er seinen Avtomaten in Form der AK-46, aus Angst die harten Umwelttests nicht zu bestehen, ändert er das Gassystem und entwickelt die Waffe zur AK-47 weiter. 1948 wird die Hülse der Patrone M43 von 41 mm auf 39 mm Länge gekürzt wofür eine angepasste Waffe, die AK-48 geschaffen wird. Gleichzeitig fließen einige neuen Ideen mit in die neue Waffe ein, da sich einige davon jedoch nicht bewähren und die Zeit knapp wurde, wird eine alte AK-47 für die neue Patrone umgekammert und für die finalen Tests eingereicht.

Überraschend geht die AK-47 als Siegerin aus den Tests hervor und die Einführung in die Sowjetarmee wird 1948 empfohlen. Nach ein paar Änderungen wird die Waffe offiziell als 7,62 AK unter dem GAU Index 56-A212 in die Sowjet Armee eingeführt. Die wichtigste Änderung ist der Wegfall der Mündungsbremse.

AK

Das hintere Waffengehäuse der AK besteht aus Blech, das vordere aus einem massiven Schildzapfen welcher offen liegt. Die AK ist relativ leicht an zwei horizontal zu einander stehenden Nieten über dem Magazinschloss zu erkennen. Da die Fabriken Izhmech Nr.524 und Izhevsk Nr.74, in welchen die AK produziert wurde, keine Erfahrung mit blechverformenden Verfahren hatten, gab es bei den Waffengehäusen eine Menge Ausschuss, welcher bis zu 50% betragen konnte.

AK-49

Um den hohen Ausschuss und die damit verbundenen hohen Kosten zu senken wurde von Kharow einem Mitarbeiter des Konstruktionsbüros Kalaschnikow ein neues Waffengehäuse entworfen, welches aus einem massiven Block Stahl gefräst wurde. AK-49 gelten als stabiler und langlebiger, jedoch gab es Probleme mit der Anbringung der Schulterstütze an dem neuen Gehäuse. AK-49 sind leicht an einem Sparschnitt zu erkennen, welcher parallel zur oberen Kante des Waffengehäuses verläuft. Zudem besitzen Schaft und Pistolengriff Übergangsmanschetten. Intern wurden AKs mit dem neuen Gehäuse AK-49 genannt, die Sowjetarmee bezeichnete die Waffen jedoch weiter nur als AK.

AK-53

Um eine bessere Anbringung für den Schaft zu finden, wurde das Gehäuse der AK-49 von der Fabrik Izhevsk verbessert. AK-53 sind leicht daran zu erkennen, das der Sparschnitt jetzt parallel zur unteren Gehäusekante verläuft. Zudem besitzt jetzt nur noch der Pistolengriff eine Übergangsmanschette. Die Waffe wird intern AK-53 genannt, die Sowjetarmee bezeichnete die Waffen jedoch ebenfalls weiterhin nur als AK.

Die AK-53 ist die Version der AK, welche als erstes in größeren Stückzahlen exportiert wurde und von der auch Lizenzen an andere Länder vergeben wurden.

  • Bulgarien fertigt die AK-53 als AKK.
  • China fertigt die AK-53 als Typ 56 gefräst früh.
  • Nord-Korea fertig die AK-53 als Typ 58.
  • Die DDR fertigte die AK-53 als MPi-K.
  • Ungarn fertigte die AK-53 als AK-55.
  • Polen fertigste die AK-53 als KbK AK.
  • Jugoslawien fertigte die AK-53 als M64.

Name

Aufgrund eines Missverständnisses eines CIA-Agenten, welcher die AK während des ungarischen Volksaufstandes das erste Mal für den Westen beschrieb, weicht die übliche Namensgebung in europäischer und amerikanischer Literatur teilweise stark ab.

  • Die AK wird als AK-47 Typ I bezeichnet
  • Die AK-49 als AK-47 Typ II
  • Die AK-53 als AK-47 Typ III

Technische Details

Alle Waffen der AK-Familie sind Gasdrucklader mit Drehverschluss. Dabei werden durch ein über dem angebohrten Lauf befindliches Rohr die bei der Verbrennung der Treibladung entstehenden Gase angezapft, die den sich im Rohr befindenden Gaskolben nach hinten drücken. Dieser bewegt den Verschluss, welcher den Lauf entriegelt. Der Verschlusskopf mit zwei Verriegelungswarzen ist drehbar. Bewegt sich der Verschluss nach vorne, dreht sich der Verschlusskopf und die Warzen greifen in entsprechende Aussparungen im Patronenlager, wodurch der Lauf verriegelt wird. Der Sicherungshebel, der wegen seiner unbequemen Handhabung häufig kritisiert wird, befindet sich auf der rechten Seite und muss mit der ganzen Hand bedient werden. In seiner obersten Stellung ist die Waffe gesichert, in der mittleren schießt sie vollautomatisch und halbautomatisch in der untersten. Die erwähnte Unbequemlichkeit ließ sich jedoch in "Privatinitiative" abstellen: man klappte den Sicherungshebel senkrecht nach oben und bog ihn in dieser Stellung kräftig nach außen, so dass er sich leicht verbog und sich die Einrastung in den Funktionsstellungen stark abschwächte. So ließ sich der Sicherungshebel bequem mit dem Abzugs-Zeigefinger bedienen, während die Hand am Griffstück bleiben konnte.

Die Abzugsvorrichtung funktioniert fogendermaßen: Ist die Waffe auf Einzelfeuer gestellt, wird der Hammer vom Ansatz des Abzugs in gespannter Stellung gehalten. Betätigt man den Abzug, gibt dieser den Hammer frei, der sich um seine Achse dreht und auf den Schlagbolzen trifft, was einen Schuss auslöst. Wenn sich der Verschluss nach dem Schuss zurückbewegt, spannt er den Hammer. Bewegt sich der Verschluss wieder nach vorne, wird der Hammer von einem Fanghebel gefangen. Um einen weiteren Schuss abgeben zu können, muss der Abzug losgelassen werden. Dadurch gibt der Fanghebel den Hammer frei, der jedoch sofort wieder vom Abzug gefangen wird. Ab hier wiederholt sich der Vorgang.

Bei Umstellung auf Dauerfeuer kommt ein zweiter Fanghebel ins Spiel, der den Hammer fängt, nach dem der Verschluss ihn gespannt hat. Kurz bevor der Verschluss die vordere Position erreicht und den Lauf verriegelt hat, betätigt er den zweiten Fanghebel, wodurch der Hammer befreit und ein Schuss ausgelöst wird. Sobald der Abzug losgelassen wurde, fängt er den Hammer und die Waffe hört auf zu feuern. Der erste Fanghebel ist an diesem Vorgang nicht beteiligt.

Das Geheimnis des AK, seine legendäre Zuverlässigkeit, ist der Überschuss an Energie, mit der der Verschluss zurückgleitet. Das garantiert eine zuverlässige Funktion auch im stark verschmutzten Zustand, jedoch leidet die Präzision darunter. Auf einen Gasdruckregler wurde verzichtet.

Das Zerlegen des AK beginnt mit dem Entfernen des Magazins. Dann wird der am Ende der Verschlussfeder befindliche Sperrknopf eingedrückt und der Verschlussdeckel abgehoben. Danach wird der Sperrknopf noch einmal soweit nach vorn gedrückt, bis er aus der im Systemkasten befindlichen Führung ausrastet. Nun kann man die Verschlussfeder mit Führungsstange nach hinten herausziehen. Der Verschluss mit Gaskolben und Stange wird jetzt nach hinten gezogen und nach oben abgehoben. Durch Umlegen des vorn am Visier angebrachten Hebels wird der im Vorderschaft befindliche Gasführungszylinder freigegeben und kann abgehoben werden. Die Waffe ist nun zerlegt.

Das AKM war die erste russische Waffe, die mit dem neuen Mehrzweckbajonett ausgestattet werden konnte. Dessen Design basiert auf dem von Oberstleutnant Todorow entwickelten Messer für Kampfschwimmer. Das Bajonett kann kann nicht nur bestimmungsgemäß als Stichwaffe, sondern auch als Säge und, zusammen mit der Scheide, als Drahtschneider verwendet werde.

Eine kleine, wichtige Modifikation am AK-47 wurde lange Zeit unterschätzt. Neben den Standard-Magazinen mit 30 Schuss, wie sie in den meisten Gegenden üblich waren, gibt es in Rumänien 40- beziehungsweise in Ungarn 20-Schuss-Magazine.

Relevant sollte der Umstand der verschiedenen Magazingrößen für die US-Truppen während des Vietnamkrieges werden. Dort verließen sich die US-Soldaten darauf, dass ihre Gegner ähnlich oft nachladen müssten wie sie selbst, doch diese benutzten, meist bei Sturmangriffen, 100-Schussmagazine. Diese Magazine haben eine halbrunde Form und werden zusätzlich an der Laufmündung befestigt. Neben diesen häufigen Magazintypen gibt es auch fünf, zehn und 55 Schuss-Magazine sowie 60, 75, 90 und 100 Schuss-Trommeln.

Weiterentwicklungen auf der Basis der AK

1974 wurde ein neues Sturmgewehr eingeführt, das als AK-74 bekannt ist. Die wichtigste Neuerung ist die Umstellung auf das Kaliber 5,45mm x 39. Die neue Patrone verdankt ihre Einführung der 5,56 mm x 45-Patrone der Amerikaner. Das kleinkalibrige leichte Geschoss entwickelt im Zusammenspiel mit einem längeren Lauf eine höhere Mündungsgeschwindigkeit als die AK-47. Dank flacherer Geschoßflugbahn erhöht sich die effektive Reichweite um etwa 100 Meter und die Genauigkeit wird gesteigert. Durch das niedrigere Gewicht der neuen Patrone kann der Schütze eine höhere Munitionsmenge mitführen oder wird bei gleicher Munitionsmenge entlastet. Hinzu kommt ein völlig neuer Geschoßaufbau, der zu einem deutlich größeren Wundkanal bei niedrigerer Tendenz zum Durchschuß führt und somit dem größeren Geschoß der Ak-47 deutlich überlegen ist. Ein auffälliges Merkmal des AK-74 ist die neuartige, effektive Mündungbremse, die gleichzeitig als Mündungsfeuerdämpfer fungiert, und deren Nebeneffekt ein (etwas) schwächerer Mündungsknall ist. Die Druckwelle wird zu beiden Seiten des Schützen abgeleitet, vom Nebenmann jedoch als unangenehm empfunden. Die Funktionsweise ist die gleiche wie bei dem des Vorgängers. Die Waffe ist ungeladen zwar schwerer als das AKM, jedoch leichter im geladenen Zustand.

Auch vom AK-74 gibt es eine S-Version mit einer nach links abklappbaren Skelettschulterstütze. Später wurde ein verkürztes Modell entwickelt, das AKS-74U (U steht für ukorotschennij, verkürzt), dessen Feuerrate/Schußfolge (Kadenz) durch den gekürzten Lauf (das Gasabnahmeloch liegt weiter hinten) höher ist als die des AK-74. Außerdem hat das AKS-74U einen konischen Mündungsfeuerdämpfer. Aufgrund der geringen effektiven Reichweite wurde die Waffe nicht, wie ursprünglich vorgesehen, bei den Fallschirmtruppen eingeführt, sondern bei Sondereinsatzkommandos.

Spätere AK-74-Modelle bekamen einen Handschutz und eine Schulterstütze aus schwarzem Plastik anstelle von hölzernen Teilen. Zuerst wurden diese Teile auch aus hellbraunem Bakelit gefertigt. Man kam davon jedoch wieder ab, da man den Schützen bei schlechten Lichtverhältnissen besser als einen solchen erkennen konnte. Es gab auch das Modell AK-74N mit der Möglichkeit, ein Nachtsichtgerät anzubringen.

Das Anfang 1990 entwickelte AK-74M ersetzte gleich drei Modelle - AK-74, AKS-74 und AK-74N - da es alle deren Eigenschaften in sich vereinte. Geblieben ist die unbequeme Sicherung. Das AK-74 sollte anfangs eine Übergangslösung sein, bis man fortschrittlichere Waffen einführte. Dieses geschah jedoch nicht, und wird aus Kostengründen wohl auch nicht geschehen, obwohl es neuartige, teils richtungsweisende Entwicklungen gibt.

Es existieren leichte MGs auf Basis der Sturmgewehre: RPK und PRK-74. Die Unterschiede bestehen in einer andersförmigen Schulterstütze, einem Zweibein, einem längeren und schwereren Lauf und einem Magazin mit größerem Fassungsvermögen.

Die neuesten Waffen der AK-Familie sind die der 100er-Serie: AK-101, AK-102, AK-103, AK-104, AK-105, AK-107 und AK-108. Das AK-101 ist eine Exportversion im NATO-Kaliber 5,56 mm, das AK-102 ist die Kurzversion. Das AK-103 hat das alte Kaliber 7,62, was vermutlich auf vorhandenes Interesse an dieser Patrone in der Armee zurückzuführen ist. Das AK-104 ist ein kurzes AK-103. Das AK-105 hat das Kaliber 5,45 und soll das nicht mehr hergestellte AKS-74U ablösen.

Das AK-107 und AK-108 sind ein Thema für sich. Beide Waffen habe eine so genannte „synchronisierte Automatik“. Dabei handelt es sich um ein System mit zwei Gaskolben statt wie gewöhnlich mit einem. Während der erste Gaskolben normal den Nachladevorgang in Gang setzt, bewegt der zweite ein Gegengewicht, welches einen Gegenimpuls zum Rückstoß erzeugt. Dadurch wird der Rückstoß stark verringert. Das AK-107 hat das Kaliber 5,45, während das AK-108 wieder eine Exportversion in 5,56 ist.

Die Waffen von Kalaschnikow sind die am weitesten verbreiteten weltweit. Schätzungen zufolge gibt es 50 - 60 Millionen Exemplare, manche sprechen von bis zu 90 Millionen. Es sind die einzigen Waffen, die in Wappen oder Flaggen enthalten sind, sieht man vom RAF-Logo, eine Heckler & KochMP5 A3“ vor rotem Stern, ab.

Neben zahlreichen Kopien (Typ 56, China; AK-47M1, Bulgarien; Tabuk, Irak; M-70B1, Jugoslawien; etc.) gibt es Waffen, die die im AK verwendete Mechanik mehr oder weniger modifiziert übernommen haben: Galil, Israel; Valmet M-82, Finnland; Typ 86s, China; SIG-550, Schweiz.

Vergleich mit ähnlichen Waffen

Die äußere wie konstruktive Ähnlichkeit der AK-47 mit dem deutschen Sturmgewehr 44 verleiten manchen zu der Annahme, Michail Kalaschnikow habe die deutsche Erfindung schlichtweg „geklaut“. Unterstützt werden derartige - falsche! - Ansichten noch durch den Umstand, dass der Suhler Hugo Schmeisser, eine Koryphäe auf dem Gebiet automatischer Handwaffen, maßgeblich am Entwurf zum Sturmgewehr 44 beteiligt war und nach dem Zweiten Weltkrieg tatsächlich lange Jahre in der damaligen UdSSR als Waffenkonstrukteur gearbeitet hat.

Richtig ist folgendes:

  • Ab 1943 erlebte die Rote Armee zunehmend die überlegene Feuerkraft und enorme taktische Flexibilität des Maschinenkarabiners 42 (h); diese Erfahrung wurde zum Anstoß die nach 1939 eingestellte Arbeit an eigenen Waffen wieder aufzunehmen.
  • Kalaschnikow erhielt den Auftrag eine Waffe für die sowjetische Patrone M 43 (7,62 mm x 41) zu Schaffen und entwickelte auf dieser Basis den technisch eigenständigen Schnellfeuerkarabiner „Awtomat Kalaschnikow“.

Hauptunterschied:

Sturmgewehr 44: Kippblockverschluss

AK-47: Drehkopfverschluss

Es gibt demnach keine direkte technische Entwicklungslinie vom deutschen Sturmgewehr 44 zur sowjetischen AK-47. Kalaschnikow hat nicht von Schmeisser „abgekupfert“.

Weblinks

Quelle