Dum-Dum-Geschoss

Aus WaffenWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Als in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts das Schwarzpulver vom Nitrocellulosepulver als neues Treibladungsmittel abgelöst wurde, musste man mit der höheren Geschossgeschwindigkeit auch neue Geschosse entwickeln, da die einfachen Bleigeschosse nicht mehr präzise genug im Gewehrlauf geführt wurden. Dies äußerte sich durch unpräzise, taumelnde und sich überschlagende Geschosse. Damit war ein gezielter Schuss nicht mehr möglich. Gerade im militärischen Bereich ein Desaster.

Als Lösung wurden die Bleigeschosse ummantelt. Diese Vollmantelgeschosse wiederum hatten den Nachteil, den militärischen Gegner eventuell zu durchschlagen, teilweise ohne tödliche Verletzungen hervorzurufen. Das entsprach nicht den Wünschen der damaligen Militärs. Englische Soldaten kamen dann auf die Idee, die Geschosspitze ihrer Patronen abzufeilen und damit den Bleikern freizulegen. Das hatte schwerste Wunden zur Folge, weil sich das Geschoss zerlegte oder stark aufpilzte.

Namensgeber der sogenannten Dum-Dum-Geschosse, ist die Indische Stadt Dum-Dum, in der Nähe Kalkuttas. Im Jahre 1885 wurde in der dort ansässigen Munitionsfabrik auf Wunsch des englischen Militärs eine Patrone mit Teilmantelgeschoss produziert, das die gleiche Wirkung im Ziel hervorrief, wie die selbstgefeilten Patronen der Soldaten. So wurde eine Stadt Namensgeber für Geschosse, die sich im Ziel zerlegen oder stark aufpilzten und somit eine höhere Wirkung versprachen. Bald galt diese Geschossart als inhuman, weil die Verletzungen verheerend waren.

Auf der Haager Friedenskonferenz 1899, beantragte Russland das Verbot solcher Geschosse. Der Antrag wurde gegen die Stimmen Englands und den USA angenommen. Die militärische Nutzung von solchen Geschossen ist bis heute geächtet und gilt als Kriegsverbrechen.